Gnocchi in quattro e quattr’otto.

Gnocchi di ricotta pomodoro

Schnell gemacht, aber leider auch schnell verputzt: Seidenweiche Ricotta-Gnocchi an simplem Tomatensugo.

Meine Frau ist skeptisch. Um halb 12 kommen wir vom Einkaufen heim und ich schwinge das Pastabrett auf den Esstisch: «Was hast du vor? Dir ist schon klar, dass die Kinder von der Schule kommen und wir Punkt 12 essen müssen?».

«Und worüber machst du dir Sorgen?» entgegne ich gespielt gelassen, während ich summend Pastawasser und einen milden Sugo al pomodoro mit Zwiebeln aufsetze.

Ich bin ehrlich gesagt auch jedes Mal ziemlich erstaunt wie ziemlich schnell vier Portionen Ricotta-Gnocchi gemacht sind: Ricotta, Parmesan und Mehl (kein Ei) rasch vermengen, ausrollen, kochen.

Und in 30 Minuten bist du in Italien. Ungelogen!

Gut, verglichen mit Jamie Oliver ist das ziemlich lahm, ist mir schon klar. In 30 Minuten nervt der zehn Leute in jeder Weltecke, zerlegt ein Dutzend Küchen und schreibt nebenher ein paar Kochbücher für 15-Minuten-Menüs.

15-Minuten-Menüs. Pff!

Auf 500 g Ricotta (falls zu flüssig, kurz im Sieb abtropfen lassen) kommen 100 g geriebener Parmesan, etwas geriebene Muskatnuss und grob geschätzt 250 g Mehl.

Das „Geheimnis“ besteht darin, so wenig wie möglich, so viel wie nötig Mehl zu verwenden. Der Teig soll nicht mehr kleben, aber noch feucht sein. Beim Ausrollen und Formen dann jeweils gut bemehlen. Ist keine Hexerei – aber grande magia.

Gnocchi di ricotta

Eine Bitte: Macht sie nicht zu gross. Je kleiner desto grösser der Genuss. Abschnitte von 1 cm sind genau richtig. Beim Kochen gehen sie eh noch ein wenig auf. Das Salzwasser sollte nicht stark sprudeln. Wenn die Gnocchi aufschwimmen, sind sie gar und können mit einem Schaumlöffel abgeschöpft werden.

Ah, ja. Noch eine Bitte: Gnocchi niemals aus dem Kochwasser direkt in Teller schöpfen. Immer zuerst im Sugo durchschwenken! Wirklich immer.

Am besten gibt man Sugo in eine Auflaufform, dann schöpft man die Gnocchi portionenweise hinein und mischt sie sorgfältig. So kann man sie – im Ofen bei 60 Grad – auch gut warmhalten.

Parmesan nicht vergessen.

Gnocchi di ricotta al sugo

Im Handumdrehen himmlische Gnocchi – oder wie man in Italien sagt, in quattro e quattr’otto – was soviel heisst wie, in vier und vier macht acht.


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  1. Nicole am 5. März 2016 at 14:28:

    Lieber Claudio, jetzt erstaunst du mich: kein Ei?

    You made my day! So cool. Ich habe erst kürzlich aufgehört, Eier in den Hackbraten zu machen – funktioniert alles auch wunderbar und spart Ressourcen.

    Ich liebe die Ricotta-(bzw Ziger)-Gnocchi. Grandios!

    LG us Züüüri
    Nicole

    -
  2. Organisation mit Sabine am 6. März 2016 at 17:05:

    Wow, das hört sich super einfach und super lecker an und steht jetzt ganz oben auf meiner „Test“-Liste.
    Vielen Dank fürs Rezept und liebe Grüße
    Sabine

    -
  3. Claudio am 6. März 2016 at 21:59:

    Genau. liebe Nicole, ohne Ei werden die Gnocchi wunderbar flaumig, weil die Ricotta flockig bleibt, das Ei macht den Teig zu kompakt. Testen, geniessen und auswendig lernen, damit du sie jederzeit aus dem Effeff hinbekommst, liebe Sabine.

    -
  4. Elke am 11. März 2016 at 16:24:

    Hallo Claudio,

    die Gnocchi waren fan-tas-tisch, wenn es aus Platzgründen möglich gewesen wäre, dann häte ich ewig weiteressen können. Vielen Dank für das Rezept!

    LG, Elke

    -
  5. Claudio am 11. März 2016 at 19:19:

    Fantastisch, liebe Elke. Weisst du, was mich besonders freut? Das mit dem ewig weiteressen! Seh ich genauso. Ich verstehe nämlich Leute nicht, die ständig einen Zirkus auf der Zunge oder ein Feuerwerk im Gaumen haben wollen und denen Essen beim dritten Bissen „langweilig“ wird. Wenn einem etwas so gut schmeckt, dann will man doch, dass der Teller nie leer wird?

    -
  6. christian am 14. März 2016 at 10:05:

    Das ging ja wirklich einfach! Die Kleine reibt den Parmesan, die Große matscht den Teig (der in nullkommanichts fertig ist) und dann: Würste rollen, in feine Scheiben schneiden (O-Ton:“Papi, die sehen aus wie kleine Marshmellows“) und dann ab ins Salzwasser. Kurz im Sugo schwenken. C’est ca. Wunderbar seidige Konsistenz. Schöne Muskatnote, süsslich-milder Ricotta, deftiges Fundament vom Parmigiano. Wir haben noch frischen Basilikum drübergezupft und Orangensaft gepresst während die Sonne in die Küche lachte. Danke Claudio. Blaupausensonntag, das!

    -
  7. Ralf am 16. März 2016 at 21:32:

    Werter Claudio,
    auf der ProWein bin ich am falstaff-Stand vorbeigekommen und dachte ich muss mal nachschauen ob bei den Anonymen Köchen wieder Leben eingekehrt ist. Und wie! Nach langer Sendepause gleich vier fantastische Rezepte. Danke dafür.

    -
  8. Claudio am 17. März 2016 at 01:46:

    Blaupausensonntag? Danke, Christian, grandios! Gerne, Ralf, let’s do this!

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  9. Wolfgang am 18. März 2016 at 20:50:

    Wunderbares Gericht. Und ich besorg mir jetzt das Buch. Als Dank für die drei Leckereien, die ich in den letzten beiden Wochen gekocht habe. Viele Grüße aus Stuttgart, ähhh Verzeihung Stoccarda!

    War das was mit do-it-yourself-ricotta aus Schmand und Milch?

    -
  10. Claudio am 18. März 2016 at 23:55:

    Am besten gleich beide Bücher, lieber Wolfgang. Ich hab sie mit gekaufter Ziegenricotta gemacht.

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  11. RanAnDenSpeck am 23. März 2016 at 12:00:

    Hallo Claudio,
    endlich wieder Einträge 🙂 Danke für das schöne Gnocchi-Rezept. Mit normalem 550er-Weizenmehl oder Tipo 00 oder Hartweizen-Dunst? Was eignet sich am besten?

    -
  12. Claudio am 28. März 2016 at 18:59:

    Am besten ist italienisches Weizenmehl Tipo 00. Normales Haushaltsmehl Type 405 ist auch okay. Hartweizen-Dunst würd ich nicht nehmen. Dann werden sie zu hart. Gutes Gelingen!

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  13. Lieblingshappen im März 2016 | Reisehappen am 29. März 2016 at 21:02:

    […] italienischen Klassiker Gnocchi mit Tomatensugo hätte ich auch noch im […]

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  14. Stefan am 1. April 2016 at 16:17:

    Mama mia, Gnocchi in Reinkultur. Ich bin sicher, damit hat Adam Eva verführt. Wir haben diese Portion zu zweit vernichtet und nur mit einem Rosso aus dem Valtelina begleitet. Herrlich und gar kein Übersättigungsgefühl. Ausser vieleicht vom Rosso:).
    Ich habe weisses Dinkelmehl genommen. Schmeckt leicht nussig.
    schöns Wuchenänd

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  15. Claudio am 3. April 2016 at 13:49:

    Herrlich, Stefan!

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  16. Ricotta-Gnocchi mit Salbei-Sugo (und gebratenem Chicorée auf Manouri) | Landidylle am 4. April 2016 at 09:32:

    […] Del Principe schreibt, dass dieses Gericht einen innerhalb von 30 Minuten nach Italien befördert und ich kann bestätigen: ja, die […]

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  17. Margit Kunzke am 17. April 2016 at 16:51:

    Das diese Gnocchi traumhaft schmecken, kann ich bestätigen. Nach dem Foto in Facebook, habe ich sie mehr oder weniger freihändig nachgekocht. Wunderbar, Claudio !!!

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  18. Claudio am 17. April 2016 at 23:40:

    Ha! Bist halt ein Profi, liebe Margit!

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  19. Tina am 23. April 2016 at 18:46:

    Hallo Claudio.
    Genial, habe es gestern sofort ausprobiert ….. Mein Mann fand …ich hätte zu wenig gemacht und…. Ich habe die Ricotta aus Schafsmilch verwendet und statt Parmesan reichlich ricotta salata (gelagerte ricotta) hmmmmm
    Wurde schon gefragt wann es wieder Gnocchi gibt!
    Bravo Claudio

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  20. Claudio am 25. April 2016 at 00:04:

    Meine Familie sagt: «Immer wenns gut schmeckt, hat es zu wenig!». Jetzt wissen wirs, cara Tina, und werden das nächste Mal eine grössere Portion zubereiten. Ricotta salata mag ich sehr, gute ist aber schwer zu finden.

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  21. Tina am 25. April 2016 at 21:08:

    Lieber Claudio, hast recht …. Wenn’s schmeckt kriegt man nie genug davon! die Ricotta salata habe ich beim Spezialisten gefunden. Weiter so, ich bin begeistert von deinen Rezepten und Storys.

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