Erde aus Steinpilzen.

Erde aus Steinpilzen

Ich habe geträumt. Ich hatte etwas wahnsinnig köstliches, tiefwürziges im Mund.

«Was ist das?», habe ich mich selbst im Traum gefragt.
Mein anderes Ich antwortete: «Ist geil was?»
«Total! Schmeckt nach Steinpilzen und ist irgendwie körnig, knusprig, salzig …»
«Wach auf» sagte das wache Ich zu mir. Aber ich wollte weiterschlafen.
«Ich möchte aber noch schlafen, ich bin so müde.»
«Steh auf! Du musst das jetzt machen. Es ist „Erde“ aus getrockneten Steinpilzen.»
«Geil. Dachte mir sowas. Hast du Brot geröstet und dann fein gemixt?»
«Ja, und karamellisierte Schalotten sind auch drin. Hopp jetzt! Steh auf, du Penner.»
«Ja, ich machs ja. Lass mich jetzt noch schlafen», antwortete ich meinem Traum-Ich.
«Nein, tu das nicht. Nicht weiterschlafen! Du weisst, wie schnell man seine Träume vergisst. Steh auf, sonst erwachst du und weisst von nichts mehr.»
«Schon okay, mach dir keine Sorgen. Dieser Geschmack ist zu genial. Ich werd mich schon daran erinnern, wenn ich aufwache, versprochen. Steinpilze, Brot, Schalotten. Alles klar, bis später.»
Dann schlief ich tatsächlich weiter ohne vom Traum aufzuwachen. Heute Morgen dann, war klar, was ich als Erstes tun würde:

1 Brotscheibe im Ofen rösten. Daneben 1 fein gehackte Schalotte mit etwas Olivenöl beträufeln. Nach 10 Minuten bei 180 Grad Brotscheibe wenden. Nach weiteren 5 Minuten ist das Brot schön gebräunt und die Schalotten duften betörend goldgelb.

Zusammen mit 2 Esslöffel sehr guten getrockneten Steinpilzen, einem halben Kaffeelöffel Salz, einem halben Kaffeelöffel Olivenöl und frisch gemahlenem Kampotpfeffer habe ich dann alles fein gemixt.

Boah. Sprachlos. So eine tolle Textur! Und dieser Geschmack!

Hab noch keine Ahnung, was ich damit anstellen werde, von Butterbrot bestreuen, zu würzen von Gemüse- und Fleischgerichten kann ich mir alles vorstellen.

Sogar dünne Apfelscheiben damit bestreuen und aufschichten, keine Ahnung.
Probiert es mal. Vielleicht fällt euch was Geniales ein.

Eine Frage hab ich noch: Warum träumen wir so konkret von einem Geschmack, einer Konsistenz? Und dann stehen wir auf und setzen es zwanghaft um? Ich wusste ja nicht, ob meine Zutaten wirklich funktionieren würden. Aber sie tun es. Wenn ich jetzt im Nachhinein Rezepte nach „Erde“ oder „Soil“ suche, sind alle ganz anders zusammengesetzt als mein Rezept.

Finde das faszinierend, was unser Hirn nachts so produziert. Das ist voll gut!


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  1. Eli am 3. September 2017 at 09:36:

    Kopfkochen am Sonntagmorgen

    …Traumerde sparsam über einen Klacks Polenta Bianca (Instantanea) streuen und zusammen mit Deinem wundervollmundigen Polpo geniessen – sozusagen „un saluto di Venezia“…
    Oder aber dann deftiger: Zwiebel im Olivenöl glasieren, ein oder zwei Deiner San Marzanos aus dem Backofen dazu und mit frischen Borlottibohnen und Pancetta (vielleicht auch wahlweise gesalzenen Grünspeck…) leise schmoren – anrichten und Traumerde darüberstreuen… schön wäre hier wenn zuvor die Traumerde sanft erwärmt worden wäre – zusammen mit sehr fein geschnittenem Prezzemolo…

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  2. t.lamnek- neuburg am 3. September 2017 at 10:21:

    lieber claudio , eine frage zur traumerde : werden die mit olivenöl beträufelten scharlotten angeglast? ich muss das unbedingt naxhkochen !
    zum traum: ( wenns stimmt!) wenn ich für eine matheaufgabe zu blöd war, ist es mir öfters passiert, dass ich die lösung ganz einfach geträumt und dann auch verstanden habe!!!!
    ganz liebe Grüsse trautlinde

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  3. Claudio am 6. September 2017 at 15:56:

    Gibt echt viele Varianten, Eli, einfach mal ausprobieren. Trautlinde, die werden automatisch glasig, wenn sie im Ofen neben der Brotscheibe liegen. Alternativ kann man sie auch in der Pfanne glasig dünsten und rösten. Das mit der Lösung träumen funktioniert bei mir zuverlässig! Z.B. wenn ich eine Headline für eine Anzeige suche oder einen Namen entwickeln muss. Gutes Gelingen! PS: Ein befreundeter Koch hat mir empfohlen, es mal mit gefriergetrockneten Steinpilzen zu versuchen. Das Aroma ist dann intensiver.

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  4. Frenk am 7. September 2017 at 18:19:

    Hammer! Luzides Träumen hat Potential!

    Heute zu Mittag gab’s grad Kartoffelnocken an sautierten Steinpilzen. Mit den sonnigsten Grüssen aus Meran.

    Pfiadi!

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