Sonne auftischen

Höchste Konzentration: Kalbsschnitzel mit Zitronensauce und sonst gar nichts.

So ein Glück aber auch. Jetzt bin ich gerade zur rechten Zeit vorbeigekommen, sagt Christine vom Bioparadies in Allschwil. Und sie schenkt mir einfach mal so vier frische Kalbsschnitzel, wo sie doch gerade am Zuschneiden sei. Merci!

Der Hof wird seit 40 Jahren biologisch geführt. In Zukunft produzieren sie auch noch reichlich Solarstrom. Gemeinsam planen wir für den 12. Mai einen «Tag der Sonne». Dies als Veranstaltungs-Tipp (12 – 17 Uhr). Ich arbeite unter anderem für das Solarunternehmen, das die 120 kW-Anlage gebaut hat.

Daheim werfe ich den Ofen an und halte ihn auf 80°C. Eine kleine Platte und Teller dürfen schon mal vorwärmen. Die Scaloppine etwas plattieren. Salzen, pfeffern, im Mehl wenden und abklopfen. Mit Bratbutter in einer Stahlpfanne nicht zu heiss eine Minute je Seite braten.

Zur Temperatur: Es soll sich Bratensatz bilden, aber die Schnitzel dürfen weder am Topfboden kleben bleiben, noch eine harte Kruste bekommen. Schnitzel wenn nötig einzeln braten. Wenn zu viele Schnitzlel in der Pfanne liegen, ziehen sie Wasser. Ganz schlecht!

Scaloppine im Ofen warm halten.

Fett aus der Pfanne giessen. Mit dem Saft einer halben Bio-Zitrone den Bratensatz vom Topfboden deglacieren. 1 Tasse Marsala (oder Portwein) angiessen. Mit einer Prise Zucker, etwas Zitronenzeste und allenfalls Salz und Pfeffer justieren. Sauce einkochen und falls nötig mit etwas kalter Butter binden.

Scaloppine in die Pfanne zurückgeben, ohne Hitze einmal schön durchschwenken und auf einer Platte anrichten. Zart wie ein Sonnenstrahl im Frühling. O Sole mio!


9 Kommentare zu Sonne auftischen

  1. Magdi am 17. April 2012 at 09:32:

    Da bin ich ja froh, dass du auch die Stahlpfanne nimmst. Die ganze Welt bekocht sich nur mehr mit beschichteten Pfannen. Mit dem Bratensatz ist da halt nichts. Der Unterschied, gerade bei Kalb, ist von konvenzionell auf bio, ein gewaltiger.

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  2. Tom am 17. April 2012 at 11:17:

    Ui sieht das lecker aus! Stelle ich mir auch wirklich lecker und frisch vor – mit der Zitrone.

    @Magdi
    Ist dem so? Dachte die wenigsten nutzen eine beschichtete Pfanne… Wobei ich jetzt natürlich nicht von der jungen Mutter ausgehen darf die nicht mal Butter ans Essen gibt wegen dem Fettgehalt 😉

    Gruß Tom

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  3. Mike am 17. April 2012 at 12:33:

    Marsala oder Port wären mir zu süß, trotz der Zitronensäure. Meine Scaloppine mache ich genau so, aber mit Weißwein. Das schmeckt frisch, nach Frühling. Ist aber halt mein ganz eigener Geschmack. Bei Scaloppine in Marsalasauce mische ich den Marsala auch mit Weißwein, damit die Süße nicht überhand nimmt. Mit Port habe ich es allerdings noch nicht probiert. Mit Fleisch und süß habe ich so meine Probleme, ich brauche da einen Kontrast; entweder Schärfe oder Säure. Da wäre mir der Saft einer halben Zitrone im Verhältnis zu einer Tasse Marsala zu wenig. Ist halt Geschmackssache.

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  4. Kirsten am 17. April 2012 at 13:48:

    Marsala – wie fein! Die Kombination mit der Zitrone hört sich verlockend an! 🙂

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  5. Micha am 17. April 2012 at 14:49:

    Sach mal, du arbeitest nich zufällig als Werbetexter!
    Ich steh‘ einfach total auf deine Post-Titel!

    Und klar, kosten würde ich auch bei dir 🙂

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  6. Claus am 17. April 2012 at 21:39:

    Da kannste an Alk reinknallen watt du willst. Immer anders, aber immer gut. Wenn du Claudio´s Regeln beachtest!

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  7. Claudio am 18. April 2012 at 18:09:

    Ich war auch platt, was die Qualität angeht, Magdi. Und das mit der Stahlpfanne, man kann es nicht genug betonen. Tom, es gibt Leute, die Tomatensauce in beschichteten Pfannen kochen, grr! Mike, ich glaube, ich hatte eine besonders saure Zitrone und obwohl ich Marsala geschrieben habe, wars bei mir Port, passte gut. Uff, Kirsten, ich dachte schon, es gibt Schelte von dir, wegen Kalb. Micha, manche sehen diese Titel auch als Plage! Stimme zu, Claus, von Baileys, Eierlikör, Blue Curaçao und so würd ich allerdings absehen.

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  8. Surrogate « Utecht schreibt am 20. April 2012 at 11:54:

    […] Sonne ist übrigens Schweizerin. Und heißt Claudio – zumindest gilt dies für die dieswöchentliche Fleischeslust. […]

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  9. keksvogel am 23. April 2012 at 21:52:

    Wundervolles Rezept, das genau das hält, was es verspricht – wenn man denn das richtige Fleisch dazu hat.
    Schade, dass man das als Student nur so selten bekommt, aber WENN (und das ist temporal und nicht kausal gemeint) ich das nächste Mal welches kaufe hab ich das perfekte Rezept 😉 Danke dafür

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