Pasta e Broccoli

Auch wenn wir nach Höherem streben und von der Komplexität der Dinge fasziniert sind, sehnen wir uns immer wieder nach Schlichtheit und Simplifikation im Leben.

So wird auch am Tisch gerne von einfachem und ehrlichem Essen schwadroniert. Jedoch, wer ehrlich mit sich selbst ist, muss einsehen, dass zwischen einfach und einfallslos ganze Ozeane der Unkenntnis liegen.

Pastagerichte, zum Beispiel, müssen oft als „einfaches und ehrliches“ Alibiessen herhalten. Das Problem dabei ist, dass viele nicht „eine einfache Pasta machen“, sondern es sich mit „einer Pasta einfach machen“.

Die Küche Italiens kennt zum Glück aber eine ganze Reihe von sehr klassischen, sehr schlichten Rezepten für Pasta. Eine davon sind Pasta-Gemüse-Kombinationen wie Pasta mit Bohnen (Past‘ e Fagioli), Linsen (Past‘ e Lenticchie), Brokkoli (Past‘ e Broccoli), Kichererbsen (Past‘ e Ceci) oder Kartoffeln (Past‘ e Patate).

Das Verblüffende daran ist, dass jeweils nur ein einziges Gemüse die Hauptrolle spielt. Und wer sich unbeirrt streng an schlichte Zubereitung und wenig Zutaten hält, wird mit einem aufrechten und charaktervollem Essen belohnt.

Aber eben, einfach ist das nur bedingt. Bei Pasta e Broccoli fängt es schon beim Einkauf an. Denn nebst Brokkoli (Typ Blumenkohl) gibt es beim italienischen Gemüsehändler auch Broccoletti, auch als Cima di Rapa bekannt, und damit ist Stängelkohl gemeint.

Cima di Rapa

In Apulien werden Brokkoli oder Cima di Rapa traditionell mit Orecchiette vereint. Meine Version, Broccoletti mit Mezzani Tagliati (oder ein ähnliches Maccaroni-Format), wird eher in Kampagnen oder der Region Abruzzo aufgetischt.

Stauden waschen und Stängel, Blätter und Röschen kleinschneiden.

Broccoletti mondati

Pastawasser aufsetzen, salzen und Gemüse direkt mit der Pasta kochen.

Broccoletti bollenti

Inzwischen Knoblauch und Peperoncino sanft im Olivenöl erhitzen.

Aglio olio e peperoncino

Pasta und Broccoletti nicht abseihen, sondern mit dem Schaumlöffel in eine Platte schöpfen, das aromatisierte Olivenöl dazugeben und gut durchmischen.

Past e Broccoli

Im Teller mit Parmesan- oder Pecorinospähnen, schwarzem Peffer und einem zusätzlichen Spritzer Olivenöl anrichten.

Pasta con Cima di Rapa

Wirklich sehr simpel.


17 Kommentare zu Nicht ganz unschwer: Simplifikation

  1. limette am 14. Dezember 2008 at 23:50:

    Oh, diese Kombination muss heute in der Luft gelegen haben 😀
    Nur hab ich noch 3 Sardellen mitgeschmolzen und dafür den Käse weggelassen.

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  2. jürg am 15. Dezember 2008 at 11:26:

    mmmmh «Cima di Rapa» kenne ich natürlich auch bestens. ich persönlich finde jedoch die «Mezzani Tagliati» wegen der glatten oberfläche für dieses gericht ungeeignet. ich bevorzuge entweder eine «gerippte» version oder eine andere pasta welche die zutat besser annimmt. ohne Parmesan oder Pecorino geht für mich gar nichts.

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  3. Zoolicious am 15. Dezember 2008 at 16:42:

    Ich schließe mich Limette an – irgendwas scheint seltsam zu sein.
    Ich war grad‘ einkaufen (ohne diesen Beitrag zu kennen) und auf der Liste standen Broccoli und Parmesan. Daraus wird hoffentlich etwas ganz Ähnliches. 😉

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  4. Claudio am 16. Dezember 2008 at 07:15:

    Ihr kauft eben saisongerecht ein, Limette und Zoolicious, Pasta mit frischen Rispentomaten gibts dann wieder im Sommer. Deine Vorlieben in Ehren, Jürg, aber das Argument mit dem besseren Aufnehmen greift hier eben nicht. Das Gemüse und die Pasta bleiben sehr feucht (vom Pastawasser) und ölig, das muss flutschen beim Essen! Deshalb gebe ich den Käse auch nur in Spänen darüber. Da soll nichts kleben! Anders ist es bei Pasta e Broccoli (Typ Blumenkohl), wo auch passierte Tomaten hinzukommen und mit (rauen) Orecchiette und viel Pecorino vermischt werden: Da haftet dann alles schön an der Pasta.

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  5. Mario am 17. Dezember 2008 at 10:18:

    Lieber Herr Claudio, verehrter Hobby-auf-Chefkochniveau-Koch, mein Versuch einer Antwort:
    http://www.digitaler-lebensstil.de/?p=458

    #jetztaber 😉

    Rock on!

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  6. peppinella am 17. Dezember 2008 at 18:26:

    Liebster Claudio! La morte della rapa sono le orecchiette. Als nächstes hätte ich gerne pasta e piselli, pasta e fave, maccheroni con le zucchine, oder jenes wunderbare Gewächs, welches ich hier nirgendwo auftreiben kann, nämlich „cuccuzzelle“. Ich mach morgen Ribollita. Grüße aus D.

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  7. peppinella am 17. Dezember 2008 at 18:31:

    Ähm…guarda qui…;-)… http://peppinella.blogspot.com/2008/11/orecchiette-con-rapa-hrt-sich.html

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  8. Claudio am 17. Dezember 2008 at 23:36:

    Da entzündet sich doch grade eine heftige Kochleidenschaft, Mario, freut mich! Lies mir mal vor, was alles in dem «Hähnchensalz» steckt. «Cuccuzzelle» kenn ich nicht, Cara, in Pescasseroli (a Pescq‘) nennt man aber Zucchini «glie cuccuzzitt’», ist es das?

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  9. peppinella am 19. Dezember 2008 at 08:40:

    No. Ich meine sowas: http://briciole.typepad.com/.shared/image.html?/photos/uncategorized/2007/10/10/imgp4164.jpg
    Ich hab sie hier in Deutschland noch nie gesehen.

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  10. gastgecko am 7. Februar 2009 at 16:28:

    Hallo Claudio, gestern zu lange überlegt, ob ich den cimo di rapa noch einmal kaufen soll, nu war er weg. Jetzt versuche ich das Rezept mit frischem Löwenzahn und hoffe dass das damit auch was wird.
    Tolle Rezepte, die Lammschulter und die Bohnen sind nächste Woche fällig.
    Danke für die Perfektion in den Rezepten, schön die Stepshoots.

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  11. Claudio am 9. Februar 2009 at 10:42:

    Gibts denn jetzt schon frischen Löwenzahn? Catalogna ist zwar ein Tick bitterer als Cima di Rapa, sieht aber aus wie grosser Löwenzahn und schmeckt ebenfalls sehr gut in Kombination mit Pasta.

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  12. gastgecko am 14. Februar 2009 at 13:00:

    Hallo Claudio, in der Tat schmeckt es auch mit dem Löwenzahn. Die Pasta war schon fast gar, da habe ich nochmal gecheckt und es dann ohne Dein go probiert. Meine Gemüsefrau ist durch ihren süditalienischen marito geprägt und kauft daher anders ein. So auch den frühen Löwenzahn.
    Sie hat köstliche sizialnische Orangen aus nem privaten Hain. Allerdings sind mir, wie Dir auch, die Tarocco am allerliebsten. Schade, sie werden jetzt schon kleiner,die Erntezeit ist bald vorüber.

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  13. Nachgekocht: past‘ e broccoletti « lamiacucina am 2. April 2009 at 03:01:

    […] mit cima di rapa, gut schweizerisch Aelplermakronen mit ähhh… Stängelkohl, gesehen bei Claudio, von ihm als nicht ganz unschwer nachzukochen bezeichnet, von mir nach längerem Syntaxstudium […]

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  14. Palinuro am 24. Oktober 2009 at 14:48:

    Ein wirklich genilaes Rezept.Sehr einfach nachzumachen.Und noch dazu gehts echt fix.

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  15. Eva am 4. Februar 2013 at 09:48:

    Ein Frage, warum schöpfst du Nudeln und Rapa mit der Schaumkelle ab, statt sie duch ein Sieb abzugießen?

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  16. Marina am 23. Oktober 2014 at 15:41:

    Cime di broccoli con salsiccia…… Buonissima!
    Ingredienti
    Cime di rapa (broccoletti) 1 kg
    Salsiccia piccante, 500 gr
    Olio extravergine di oliva, 2-3 cucchiai
    Peperoncino rosso piccante, 1
    Aglio 1 spicchio
    Sale q.b.

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  17. Cima di rapa – Stängelkohl | Die alte Tante... am 13. Januar 2015 at 14:04:

    […] Anonyme Köche bzw. […]

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