{"id":1039,"date":"2009-10-30T20:47:34","date_gmt":"2009-10-30T19:47:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1039"},"modified":"2009-11-02T11:13:25","modified_gmt":"2009-11-02T10:13:25","slug":"auftischen-was-sache-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1039","title":{"rendered":"Auftischen, was Sache ist."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Zweimal-Bucatini_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1040\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Zweimal-Bucatini_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Zweimal-Bucatini_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Zweimal-Bucatini_s-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Zweimal das Gleiche ist nicht dasselbe. Links: deprimierend. Rechts: gl\u00fcckstiftend.<\/em><\/p>\n<p>Zack! Da haben wirs wieder. Dieses schlimme <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/leben\/essen-und-trinken\/Spaghetti-ist-Opium-fuers-Volk\/story\/10575990\" target=\"_blank\">Bild<\/a>: Ein plumper Schlag Tomatensauce auf splitternackten Spaghetti. Ein trauriger Anblick.<\/p>\n<p>So serviert man Pasta vielleicht im Knast. Oder an anderen Orten mit rauen Sitten wie einem \u201eMittagstisch\u201c. Wo Kinder, die \u00fcber Mittag nicht heim k\u00f6nnen, mit einem &#8222;optimalen&#8220; Aufwand-\/Kostenverh\u00e4ltnis abgespeist werden. Aber nicht im kultivierten Kreis der Kenner.<\/p>\n<p>Ich erw\u00e4hne das mit dem Mittagstisch bloss deshalb, weil zurzeit einmal pro Woche ein M\u00e4dchen bei uns isst, das bei mehreren Mittagstischen die Serviette hingeworfen hat. Ich kann es ihr nicht verdenken. Sie erz\u00e4hlt so Sachen wie, es gab aufgew\u00e4rmte weisse Spaghetti mit Mayo aus der Tube dr\u00fcber.<\/p>\n<p>Wir bieten zuhause zwar keinen &#8222;offiziellen&#8220; Mittagstisch an, aber als gute Nachbarn sind wir gerne eingesprungen. Zumal sich die Kleine gew\u00fcnscht hat, bei uns essen zu d\u00fcrfen (kluges Kind!).<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/leben\/essen-und-trinken\/Spaghetti-ist-Opium-fuers-Volk\/story\/10575990\" target=\"_blank\">Artikel<\/a> weist \u00fcbrigens auf eine bahnbrechende Erkenntnis vom <a href=\"http:\/\/www.das-eule.de\/index.html\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Institut f\u00fcr Lebensmittel- und Ern\u00e4hrungswissenschaften<\/a> hin: \u00abDer Mensch isst nicht nur, um satt zu werden, sondern auch, um sein Lebensgef\u00fchl zu steigern.\u00bb Du meine G\u00fcte! H\u00e4tte man das je f\u00fcr m\u00f6glich gehalten?<\/p>\n<p>Der ebenso hoch gesch\u00e4tzte wie verachtete Udo Pollmer hat ja schon so manches \u00fcber Ern\u00e4hrungsweisheiten und -irrglauben <a href=\"https:\/\/portal.d-nb.de\/opac.htm?method=showPreviousResultSite&amp;currentResultId=atr%253D118173952%2BOR%2Bnid%253D118173952%2526any&amp;currentPosition=10\" target=\"_blank\">geschrieben<\/a>. Aber f\u00fcr diese Erleuchtung h\u00e4tte er statt weltweite Studien zu w\u00e4lzen, einfach nur ein paar gute Foodblogs lesen m\u00fcssen. Abgesehen davon, mag ich ihn \u00fcbrigens sehr.<\/p>\n<p>Vor allem m\u00f6chte ich ihm beipflichten, jawohl: \u00abJedes Nahrungsmittel erfordert spezielle Regeln der Zubereitung (&#8230;) Entscheidend f\u00fcr den Erfolg einer kulinarischen Kreation ist jedoch nicht der Gout, sondern die Wirkung.\u00bb<\/p>\n<p>Dem muss man jedoch, mit Verlaub, hinzuf\u00fcgen: Zur Wirkung geh\u00f6rt auch die Optik, lieber Herr Pollmer. Ebenso wie Rituale und kultureller Kodex.<\/p>\n<p>Obwohl, das mit dem Kulturverst\u00e4ndnis ist zuweilen schon sehr verwirrend, wie es Mich\u00e8le Roten wieder einmal herzhaft auf den Punkt <a href=\"http:\/\/dasmagazin.ch\/index.php\/i-love-auslander\/\" target=\"_blank\">bringt<\/a>.<\/p>\n<p>Aber nun zur Sache: Ist die Tomatensauce auch noch so psychoaktiv, ein Italiener f\u00e4llt in eine mittlere Depression, wenn er den Sugo so lieblos auf seine Pasta geklatscht bekommt!<\/p>\n<p>Richtig w\u00e4re, die Pasta behutsam mit der Sauce zu vermengen. \u00abMantecare\u00bb wie der Italiener sagt, gell. Deshalb ist es auch komplett idiotisch, \u00d6l ins Pastawasser zu geben (die Sauce haftet schlecht an der glitschigen Oberfl\u00e4che). Und aus demselben Grund ist es auch komplett falsch, die Pasta mit kaltem Wasser abzuschrecken. Traurig, dass man so etwas \u00fcberhaupt schreiben muss.<\/p>\n<p>(Aber, dass man die Pasta f\u00fcr den, nicht DIE, Minestrone separat und auf keinen Fall im Minestrone mitkochen sollte, muss ich jetzt nicht speziell erw\u00e4hnen, oder?)<\/p>\n<p>Das hier sind \u00fcbrigens keine Spaghetti sondern Bucatini, logisch. Das mit der Sauce in der Mitte ist aber trotzdem falsch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-Sugoklacks_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1041\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-Sugoklacks_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-Sugoklacks_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-Sugoklacks_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es geht im \u00dcbrigen auch nicht darum, rote Karten f\u00fcr Regelwidrigkeiten zu verteilen. Aber wer Pasta nicht so serviert, wie sie serviert werden sollte, betr\u00fcgt sich nur selbst. Und zwar um den guten Geschmack.<\/p>\n<p>Unb\u00e4ndige Lust auf Bucatini l\u00f6ste \u00fcbrigens das inspirierende Rezept von <a href=\"http:\/\/mammamariasicilia.blogspot.com\/2009\/08\/ein-heier-tag-mit-bucatini.html\" target=\"_blank\">Cettina<\/a> aus. Obwohl ich meine dann doch mit einem einfachen Sugo mit Salsiccia gemacht habe:<\/p>\n<p>Eine w\u00fcrzige Salsiccia von einem italienischen Metzger entweder klein schneiden oder, besser noch, h\u00e4uten und in kleine W\u00fcrfel schneiden. Mit Zwiebeln und Peperoncino im Oliven\u00f6l anbr\u00e4unen.<\/p>\n<p>Passierte Tomaten dazu, salzen, pfeffern, fertig. Sugo eine Stunde leise k\u00f6cheln lassen. Vor dem Anrichten\u00a0 kleingeschnittene Petersilie dazugeben.<\/p>\n<p>Dann Sugo \u2013 portionsweise \u2013 mit den bissfest gekochten, abgetropfeten Bucatini in einer weiten Sauteuse bei mittlerer Hitze durchschwenken, bis sie den Sugo sch\u00f6n aufgesogen haben. Merke: Pasta, die im Sugo schwimmt ist ebenso verp\u00f6nt!<\/p>\n<p>Jetzt bleiben nur noch Fragen wie: Ist die Heimat der beliebten \u00abBucatini all Amatriciana\u00bb wirklich Latium? Oder sind die Abruzzesi mit ihren \u00abSpaghetti alla Gricia\u00bb die H\u00fcter des Originals? Und ist wirklich nur \u00abGuanciale\u00bb, also \u201eSpeck\u201c von der Schweinsbacke, erlaubt, oder darf man auch Bauchspeck verwenden? Parmigiano oder Pecorino? Romano oder Abruzzese?<\/p>\n<p>Wir bleiben dran.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-mantecati_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1042\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-mantecati_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-mantecati_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Bucatini-mantecati_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweimal das Gleiche ist nicht dasselbe. Links: deprimierend. Rechts: gl\u00fcckstiftend. Zack! Da haben wirs wieder. Dieses schlimme Bild: Ein plumper Schlag Tomatensauce auf splitternackten Spaghetti. 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