{"id":1168,"date":"2010-01-17T02:11:11","date_gmt":"2010-01-17T01:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1168"},"modified":"2010-01-17T21:37:53","modified_gmt":"2010-01-17T20:37:53","slug":"essen-wie-bei-gott-zuhause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1168","title":{"rendered":"Essen wie bei Gott Zuhause"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/AK_Duki_Heaven1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1180\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/AK_Duki_Heaven1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/AK_Duki_Heaven1.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/AK_Duki_Heaven1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gibt zwar einen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Datei:Chinese_Kitchengod_2.JPG&amp;filetimestamp=20050912084158\" target=\"_blank\">K\u00fcchengott<\/a>. So wie es ja <a href=\"http:\/\/www.kuechengoetter.de\/index.html\" target=\"_blank\">K\u00fccheng\u00f6tter<\/a> gibt. Aber zu glauben, es g\u00e4be einen Koch, der gottgleich \u00fcber allen anderen K\u00f6chen steht, ist unsinnig.<\/p>\n<p>Genauso unsinnig wie die Frage: Wer ist die sch\u00f6nste Frau der Welt oder welches ist der beste Song aller Zeiten. Folglich kann auch niemand existieren, der \u2013 absolut gesehen \u2013 besser kochen kann als alle anderen.<\/p>\n<p>Denn Gott, so h\u00f6rt man, sei allgegenw\u00e4rtig und ganz allgemein \u00fcberhaupt in Allem.<\/p>\n<p>G\u00f6ttlich, so liesse sich daraus schliessen, kann also gleichzeitig ein s\u00fcndhaft gutes Brot von einem ehrlichen B\u00e4cker sein, wie auch das Geschmacks-Oeuvre eines Sternekochs. Dies als Pr\u00e4misse.<\/p>\n<p>Trotzdem ist es ein little trip to heaven, wenn man zu Horst Petermann\u2018s <a href=\"http:\/\/www.kunststuben.com\/\" target=\"_blank\">Kunststuben<\/a> f\u00e4hrt. Erst recht, wenn dies zum ersten Mal geschieht. Und einmal im Leben sollte man dies ja tun, wie k\u00fcrzlich zu <a href=\"http:\/\/www.weltwoche.ch\/ausgaben\/2009-51\/artikel-2009-51-zu-tisch-meister-aller-klassen.html\" target=\"_blank\">lesen<\/a> war.<\/p>\n<p>\u00dcber 20 Jahre auf 19 Punkte-Niveau zu kochen und mit zwei Sternen dekoriert zu sein ist selbst f\u00fcr ein \u00abMembre de la Haute Cuisine de France\u00bb ohne jede Hemmung\u00a0 anbetungsw\u00fcrdig.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch wenn er Wichtigtuerei nicht mag. Oder Weisswein, wie er mutig <a href=\"http:\/\/dasmagazin.ch\/index.php\/horst-petermann-kuchenchef-\u00abpetermanns-kunststuben\u00bb\/\" target=\"_blank\">bekennt<\/a>.<\/p>\n<p>Lieber mag ers geerdet. Wie mit seinem chinesischen Faltenhund Bob im Garten zu arbeiten. Ha! Da w\u00fcrde man doch gerne mit den gespitzten Ohren einer Feldmaus mitlauschen: \u00abBob, buddel mir doch b\u00fcdde mal n Loch f\u00fcr die Wildrosen. Xi\u00e8xie!\u00bb<\/p>\n<p>Strahlen ist an diesem grauen Wintertag f\u00fcr das unscheinbare H\u00e4uschen nicht einfach. Ebensowenig wie f\u00fcr die Besucher, den Eingang im Schneematsch watend auf Anhieb zu finden. Aber schon schweben den verirrten G\u00e4sten zwei Engel in Gestalt von K\u00f6chen aus der K\u00fcche entgegen und bieten sicheres Geleit bis zur T\u00fcr.<\/p>\n<p>Das Int\u00e9rieur ist ein heftiger Kontrast zur \u00e4usseren Erscheinung. Nicht, dass ich mir Gedanken \u00fcber ein Redesign machen w\u00fcrde. Die Eighties sollen ja wieder sehr en Vogue sein.<\/p>\n<p>Irgendwie kann ich eine gewisse Gottgef\u00e4lligkeit doch nicht ganz absch\u00fctteln und n\u00f6rgeln kommt mir ganz sch\u00f6n unversch\u00e4mt vor. Aber einige Elemente der Ausstaffierung erinnern doch stark an ein Set von <a href=\"http:\/\/www.hbo.com\/sixfeetunder\/\" target=\"_blank\">Six Feet Under<\/a>. Man kommt einfach nicht vom Thema los.<\/p>\n<p>Dann jedoch beginnt ein wahrhaft kulinarisches Karussell. Von der ersten Sekunde weg ist die Stimmung von einer selten erlebten, ungezwungenen Freundlichkeit. K\u00fcche und Service ticken mit erschreckender Pr\u00e4zision. Ein Gef\u00fchl von wohliger Umsorgtheit begleitet uns mit jedem Gang.<\/p>\n<p>Die Karte kann im ersten Moment \u00fcberfordern, weil man alles \u2013 sprich das ganze Mittagsmenu \u2013 ordern m\u00f6chte. Was sich als zu viel des Guten erweisen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber erstens: Man darf sich so viele G\u00e4nge daraus zusammenstellen wie man mag. Und zweitens ist es nicht: <em>Entweder<\/em> G\u00e4nseleber-Cigare mit schwarzen Tr\u00fcffeln im Sauternes-Gel\u00e9e <em>oder<\/em> Entenleber-Praline auf Apfel-Chutney <em>oder<\/em> Gebratene G\u00e4nseleber auf Linsen mit Minze sondern das alles miteinander <em>ist<\/em> der erste Gang.<\/p>\n<p>Welch geniale Entscheidungshilfe! Und als Auftakt ein bet\u00f6rendes Amuse-Gueule:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Polenta mit Steinpilzen (ein schaumiger Shot im Glas), eine Entenbrust-Tranche auf Tabouleh, ein Mango-Cannoli und ein Cannellone gef\u00fcllt mit Crevettentatar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es folgen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">G\u00e4nseleber-Cigare mit schwarzen Tr\u00fcffeln im Sauternes-Gel\u00e9e (g\u00f6ttlich! man muss es schreiben), Entenleber-Praline auf Apfel-Chutney, Gebratene G\u00e4nseleber (ups, mehr karbonisiert denn karamellisiert) auf Linsen mit Minze.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Halber Hummer auf Bohnen (und was f\u00fcr gr\u00fcn-leuchtend-knackige!) mit Schalotten-Confit und Hummers\u00fcppchen (unseligerweise in zu knapper Portion).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gebratene Jakobsmuscheln mit einem Lauchraviolo an einem Zitronen-Sabayon mit Orangen\u00f6l.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gebratenes (na, sagen wir sautiertes) Kalbsfilet mit weissen Tr\u00fcffeln aus Alba<br \/>\nauf einem Petersilienwurzel-Puree<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Franz\u00f6sischer Tr\u00fcffelbrie<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schokoladen-Millefeuille mit Minze und Pfeffer, Kleines Schokoladen-Soufl\u00e9 und<br \/>\nKrokant mit Schokoladenschaum dazu Mandarinen-Buttermilch-Eis (intrigierend-weihnachtlich gew\u00fcrzt!)<\/p>\n<p>Alles von so hervorragender Qualit\u00e4t und in einer so schn\u00f6rkellosen Leichtigkeit zubereitet, dass man am liebsten wieder von vorne begonnen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Etwas, das nicht unerw\u00e4hnt bleiben darf (andere m\u00e4keln am Brot herum \u2013 wer will schon Brot zu so einem Opus?): Warum ist der Espresso, hier wie auch in anderen Sternelokalen, so ein verw\u00e4ssertes Stiefkind?<\/p>\n<p>Und dann die Tassen \u2013 Jesses Maria! Es f\u00e4llt mir schwer zu glauben, das diese Goldfl\u00f6ten (ja, Gold, wir sind schon wieder beim Thema) nicht bei HSE 24 oder einem anderen Teleshopping erworben wurden.<\/p>\n<p>Aber wer so g\u00f6ttlich speisen durfte ist milde, dem\u00fctig \u2013 und verzeiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\n<p style=\"text-align: right;\"><em>(Bildquelle: McCann, Paris f\u00fcr Nespresso)<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt zwar einen K\u00fcchengott. So wie es ja K\u00fccheng\u00f6tter gibt. Aber zu glauben, es g\u00e4be einen Koch, der gottgleich \u00fcber allen anderen K\u00f6chen steht, ist unsinnig. Genauso unsinnig wie die Frage: Wer ist die sch\u00f6nste Frau der Welt oder welches ist der beste Song aller Zeiten. 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