{"id":1773,"date":"2010-09-20T01:25:35","date_gmt":"2010-09-19T23:25:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1773"},"modified":"2010-09-20T02:22:24","modified_gmt":"2010-09-20T00:22:24","slug":"platz-1-fuer-nummer-562","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=1773","title":{"rendered":"Platz 1 fuer Nummer 562"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_Olympici_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1774\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_Olympici_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_Olympici_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_Olympici_s-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist die aktuelle Nummer Eins unter meinen favorisierten Pastaformaten. Verehrtes Publikum, einen Applaus f\u00fcr: \u00abGnocchetti di Zita\u00bb!<\/p>\n<p>Zugegeben, eine auf den ersten Blick ziemlich komische Namenskombination. Ist Gnocchetti nicht die Verkleinerungsform von Gnocchi, also kleine Kl\u00f6sschen? Ja, schon. Aber Gnocchi bedeutet ja eigentlich Nocken. Oder auch so was wie Stummel, Happen oder Bissen.<\/p>\n<p>Und Zita, das ist doch ein beliebter Name f\u00fcr Appenzeller Sennenhunde? Ja, schon. Aber eben auch der Name einer klassischen napoletanischen R\u00f6hrennudel. Deshalb, sinngem\u00e4ss: \u00abStummel der Zita-R\u00f6hrennudel\u00bb.<\/p>\n<p>Vorsicht M\u00e4nner: Es gibt auch das mit Gnocchi verwandte und \u00e4usserst schnalzige Wort <a href=\"http:\/\/it.lingostudy.de\/exec\/SID_RmbcYncxnCNEYVmGYTJeYHJf5JqB\" target=\"_blank\">Gnocca<\/a>, das allerdings mit Bedarf und nur von designierten Latin Lovers at the right place to the right time ausgesprochen werden sollte.<\/p>\n<p>Die Pasta kommt von der herzallerliebsten <a href=\"http:\/\/www.dececco.it\/IT\/\" target=\"_blank\">De Cecco<\/a>. Herzallerliebst weil a) ber\u00fchmt f\u00fcr die hervorragende Qualit\u00e4t und b) in meiner zweiten Heimat beheimatet: den Abruzzen \u2013 in die sich mittlerweile sogar George Clooney und Anton Corbijn verliebt haben. Ich freu mich auf den <a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/video\/imdb\/vi447940121\/\" target=\"_blank\">Film<\/a>!<\/p>\n<p>Im klassischen Sortiment von De Cecco tragen sie die Nummer 37. Bei dieser Spezialedition im nostalgischen Filippo De Cecco-Look-and-Feel mit dem archetypischen abruzzesischen Bauernm\u00e4dchen als Key-Visual hingegen die Nummer 562.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti-di-Zita_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1775\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti-di-Zita_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti-di-Zita_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti-di-Zita_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich weiss nicht, ich habe einmal gelernt, Marketing bedeute, s\u00e4mtliche Massnahmen eines Unternehmens auf die Bed\u00fcrfnisse des Marktes\/der Kunden auszurichten. Nun, ein und dasselbe Pastaformat mit zwei unterschiedlichen Nummern zu versehen, scheint mir da strategisch nicht wirklich dienlich.<\/p>\n<p>Abgesehen davon, was interessiert uns Kunden diese Nummer? Nach welchen Kriterien wird sie vergeben? Und wozu? Und haben alle Pastamacher dieselbe Nummer f\u00fcr die gleichen Formate? Und wer hat \u00fcberhaupt damit angefangen?<\/p>\n<p>Irrelevant. Was z\u00e4hlt, ist wie sie schmecken und vor allem womit. Ich finde, vor allem mit Gem\u00fcse. Erbsen im Speziellen. Die zw\u00e4ngen sich dann so flapsig in die Nudelm\u00fcndung wie eine Kanonenkugel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_e_Bisi_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1776\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_e_Bisi_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_e_Bisi_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Gnocchetti_e_Bisi_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr diese Variante wird der Reis des klassischen venezianischen Gerichts \u00abRisi e bisi\u00bb einfach mit den Gnocchetti di Zita ersetzt:<\/p>\n<p>Schalotten f\u00fcr einmal in Butter (statt Oliven\u00f6l) mit gekochten Schinkenw\u00fcrfeln and\u00e4mpfen. Mit Br\u00fche l\u00f6schen. Erbsen dazugeben und weich kochen. Vor dem Mischen mit der Pasta, salzen und pfeffern, fein geschnitte Petersilie dazugeben und mit kalter Butter und geriebenem Parmesan durchmengen.<\/p>\n<p>Laut De Cecco geht jeder Fleisch- und Fischsugo oder eben Gem\u00fcse zu diesem Format. Jedem das Seine. Aber f\u00fcr meinen Geschmack sind Saucen mit Gem\u00fcse eindeutig besser geeignet. Zum Beispiel Cima di rape, Broccoletti, Bohnen, Kichererbsen und so weiter.<\/p>\n<p>Unschuldige aber unkundige Menschen k\u00f6nnen bei der Abstimmung von Sauce und Pastaformat ja durchaus herzhaft danebengreifen. Kein Koch mit einem reinen kulinarischen Gewissen jedoch w\u00fcrde zum Beispiel je Penne mit \u2013 sagen wir \u2013 Vongole zubereiten. Daf\u00fcr nimmt man Linguine oder Spaghetti.<\/p>\n<p>Ist wie mit den olympischen Disziplinen: Gnocchi = Kugelstossen, Orecchiette = Diskuswerfen oder so \u00e4hnlich. Man w\u00fcrde ja auch nicht hingehen und den Sportlern die falschen Utensilien reichen: dem Speerwerfer den Hochsprungstab zum Beispiel, oder den Staffell\u00e4uferinnen den Hammer.<\/p>\n<p>Am liebsten mache ich zu diesen Gnocchetti di Zita aber einen Minestrone.<\/p>\n<p>Einen? Ja, <em>der<\/em> Minestrone, m\u00e4nnlich. Und nicht etwa wie im Volksmund wieder und wieder gekaut, <em>die<\/em> Minestrone.<\/p>\n<p>Warum? Erstens, weil er im Ursprungsland schon m\u00e4nnlich ist: <em>Il Minestrone<\/em>. Warum muss er sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, wenn er die Sprachgrenze passiert?<\/p>\n<p>Und zweitens, weil der Minestrone keine Suppe ist. Dann w\u00e4re er n\u00e4mlich auch auf Italienisch weiblich: <em>La Zuppa<\/em>. Oder allenfalls: <em>La Minestra<\/em>.<\/p>\n<p>Der deutsche Sprachgelehrte fabuliert sich die Suppe also bloss dazu und denkt sich wohl: Minestrone-<em>Suppe<\/em>, aha! also <em>DIE<\/em>. Und baut das Gericht kurzerhand vom Bauern zur Diva um.<\/p>\n<p>Den besten Minestrone macht man \u2013 festhalten \u2013 indem man einen Knochen hineinschmuggelt. Schinkenknochen eignen sich besonders gut. In meinem Fall war es ein kleines Schulterblatt von einem ger\u00e4ucherten Schinekensch\u00e4ufele. Stilechter w\u00e4re das Bein eines Prosciutto crudo.<\/p>\n<p>Sodann setzt man einen Sud an: Kaltes Wasser, besagter Knochen, Selleriegr\u00fcn, Zwiebeln, reife Tomaten (ungeh\u00e4utet), Lorbeerbl\u00e4tter, Salat- oder Mangoldbl\u00e4tter, schwarze Pfefferk\u00f6rner und ein paar Wacholderbeeren. Einmal aufkochen und dann zugedeckt zwei Stunden bei milder Hitze ziehen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Sud_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1777\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Sud_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Sud_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Sud_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sud abseihen <em>(nicht austrinken, ich weiss, es duftet berauschend)<\/em> und darin das Gem\u00fcse f\u00fcr den Minestrone kochen: gew\u00fcrfelte Karotten, Knollensellerie, Kartoffeln. Zucchini, eingeweichte Bohnen und erst kurz vor Schluss Erbsen. Mit einem kr\u00e4ftigen Schuss Oliven\u00f6l und glatter Petersilie vollenden.<\/p>\n<p>Traurig, dass man es immer wieder schreiben muss: Die Pasta wird immer in einem eigenen Topf bissfest gekocht. Nie und nimmer mit dem Gem\u00fcse. Und schon gar nicht zu weich. Es sei denn, man steht auf die von der St\u00e4rke getr\u00fcbte Suhle mit pampig weicher Pasta.<\/p>\n<p>Soll, ja darf man Parmesan dar\u00fcber geben? Wenige Fragen spalten muntere italienische Tischrunden vehementer als diese. Sie bleibt unbeatwortbar. Muss jeder f\u00fcr sich entscheiden.<\/p>\n<p>Wenn wir schon bei meiner pers\u00f6nlichen Verbotsliste sind: Vieles passt in einen Minestrone, je nach Jahreszeit und Vorliebe. Solange sich der Geschmack erg\u00e4nzt. Kohlrabi geh\u00f6rt jedoch definitiv nicht dazu. Wie auch alle anderen Gem\u00fcse, die sich geschmacklich zu stark hervorheben wie Kohl, Broccoli oder Fenchel.<\/p>\n<p>Ratsam hingegen ist, so viel Minestronegem\u00fcse zu kochen, dass man was davon einfrieren kann. Denn eines ist sicher: Der n\u00e4chste Winter kommt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Piatto_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1778\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Piatto_s.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Piatto_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Minestrone_Piatto_s-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die aktuelle Nummer Eins unter meinen favorisierten Pastaformaten. Verehrtes Publikum, einen Applaus f\u00fcr: \u00abGnocchetti di Zita\u00bb! 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