{"id":392,"date":"2008-03-10T02:15:30","date_gmt":"2008-03-10T01:15:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=392"},"modified":"2008-03-10T14:14:28","modified_gmt":"2008-03-10T13:14:28","slug":"sunday-times","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=392","title":{"rendered":"sunday times"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/fleischvoegel.jpg\" alt=\"Fleischvoegel\" \/><\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Sonntagsessen: Fleischv\u00f6gel mit Kartoffelstock!<\/p>\n<p>Gibt es das \u00fcberhaupt noch? Das Sonntagsessen? Ein Festessen, das man sich als Familie die ganze Woche vom Mund absparen musste, damit am Sonntag ein gutes St\u00fcck Fleisch auf den Tisch kam: Der Sonntagsbraten.<\/p>\n<p>Bei manchen Familien hiess das auch: Papa kocht. Nicht Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag. Nur Sonntag. Bei anderen Familien liess sich die Hausfrau zur Kitchenqueen kr\u00f6nen und das ganze Zeremoniell dauerte mehrere Stunden.<\/p>\n<p>Klar, es gab nat\u00fcrlich auch die kommunenhaften 68er-Haushalte in denen Eltern und Kinder zusammenlebten. Letztere konnten froh sein, wenn nach 14 Uhr mal irgendjemand in die K\u00fcche schlurfte und kettenrauchend alles auf den Tisch legte, was irgendwie noch essbar aussah: \u00abBrunch! Wer hat hunger?\u00bb<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter hiess Sonntagsessen vielleicht auch ausw\u00e4rts essen. Das schonte zwar Papas und Mamas Nerven, aber leider nicht das Portmonnaie, aber egal \u2013  das Wir-k\u00f6nnen-uns-das-leisten-Zeitalter wurde auch kulinarisch ausgekostet.<\/p>\n<p>Als man schliesslich aus der Familie herauswuchs, wuchs auch langsam Gras \u00fcber das Sonntagsessen.<\/p>\n<p>Und heute? Heute z\u00e4hlt das Hier und Jetzt, sagt man. An morgen denken, kann man morgen noch. Es ist ja alles verf\u00fcgbar und es stehen einem alle M\u00f6glichkeiten offen, man ist ja bl\u00f6d wenn man das nicht nutzt.<\/p>\n<p>Deshalb scheint es auch keine Rolle zu spielen, was wann auf den Tisch kommt. Jeder isst das, worauf er gerade scharf ist \u2013 Essen ist Religion. War es zwar immer schon, aber heute wechselt man seine Religion wie fr\u00fcher die Fussballbildchen auf dem Pausenhof.<\/p>\n<p>Mir ist alles heilig, was Authentizit\u00e4t hat. Und das nicht erst seit gestern.<\/p>\n<p>Bei <a href=\"http:\/\/www.olivenoelkontor.de\/index.php\/component\/option,com_jd-wp\/Itemid,44\/\" target=\"_blank\">Mike<\/a> bin ich auf die <a href=\"http:\/\/www.olivenoelkontor.de\/index.php\/component\/option,com_jd-wp\/Itemid,44\/p,143\/\" target=\"_blank\">Rouladen vom Dexter-Bullen<\/a> gestossen und ich habe ihm versprochen, dass ich ihm meine Version auftische. Here we go!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/fleischvoegel_belegen.jpg\" alt=\"Naturaplan\" \/><\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Bio-Rindsschnitzel werden bei mir leicht mit den Handballen in Form geklopft, mit Senf bestrichen, gesalzen und gepfeffert.<\/p>\n<p>Darauf kommen nur \u2013 da siehst du wieder mal, wie asketisch ich bin Mike \u2013 fein gew\u00fcrfelte Schalotten, Bio-Speckstreifen und nur <em>ein einziger<\/em> Karotten- und <em>ein einziger<\/em> B\u00fc\u00fcrlistift (B\u00fc\u00fcrli = Semmel). Fertig.<\/p>\n<p>Mit Mehl best\u00e4ubt kommen die himmlischen Dinger in eine h\u00f6llisch heisse Gusseisenpfanne und werden gnadenlos ger\u00f6stet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/fleischvoegel_gebraten.jpg\" alt=\"Braten\" \/><\/p>\n<p>Die Fleischv\u00f6gel kommen in die W\u00e4rme und die Bratbutter wird verworfen.  Auf dem angehockten Bratensatz karamellisiere ich in frischer Butter Karotten- und Selleriew\u00fcrfel, Schalotten und Knoblauch.<\/p>\n<p>Anschliessend wird etwas Tomatenmark mitger\u00f6stet und mit etwa 3 dl Rotwein abgel\u00f6scht. Reduziert der Wein auf Sirupkonsistenz kommt etwa 1 dl von meiner <a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=359\" target=\"_blank\">Demi-Glace<\/a> hinzu.<\/p>\n<p>Ich liebe eine klare Sauce zu Fleischv\u00f6geln.<\/p>\n<p>Deshalb giesse ich gut 4 dl Wasser dazu und gebe die Rouladen f\u00fcr eine Stunde auf butterzartmachende Minimaltemperatur zum Schmoren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/fleischvogel_sauce.jpg\" alt=\"Sauce\" \/><\/p>\n<p>10 Minuten vor dem Servieren kommt noch etwas Petersilie und wenig Thymian zur Sauce. Mit Butter, Salz und Pfeffer justieren.<\/p>\n<p>Dazu ein luftig lockerer Kartoffelstock mit viel Butter, Rahm und wenig Muskat.<\/p>\n<p>Ich glaube fast, dieses Sonntagsessen k\u00f6nnt ich jeden Tag verdr\u00fccken!<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Sonntagsessen: Fleischv\u00f6gel mit Kartoffelstock! Gibt es das \u00fcberhaupt noch? Das Sonntagsessen? Ein Festessen, das man sich als Familie die ganze Woche vom Mund absparen musste, damit am Sonntag ein gutes St\u00fcck Fleisch auf den Tisch kam: Der Sonntagsbraten. Bei manchen Familien hiess das auch: Papa kocht. 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