{"id":410,"date":"2008-03-30T23:17:50","date_gmt":"2008-03-30T22:17:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=410"},"modified":"2008-03-30T23:26:11","modified_gmt":"2008-03-30T22:26:11","slug":"den-wirt-ohne-rechnung-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=410","title":{"rendered":"Den Wirt ohne Rechnung machen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/coperto.jpg\" alt=\"Coperto\" \/><\/p>\n<p>Mittags in ein einfaches Restaurant kommen. Zuh\u00f6ren, was auf dem Herd steht. Ein paar solide Gerichte essen. Und zufrieden einen vern\u00fcnftigen Betrag daf\u00fcr auf den Tisch legen. Ich mag das, ich mag das, ich mag das.<\/p>\n<p>In Italien geht das anscheinend an jeder Ecke. Daf\u00fcr braucht es keine \u00abMittagskarte (nur 12 bis 14 Uhr!)\u00bb, kein \u00abMen\u00fc I oder II mit Suppe oder Salat\u00bb, keinen \u00abFitness- oder Vegiteller\u00bb, keinen \u00abBusinesslunch\u00bb, keine \u00abfrische Marktk\u00fcche\u00bb und keine \u00abMediterrane Spezialit\u00e4tenwoche\u00bb oder sonstige Fertigmischungen.<\/p>\n<p>So etwas genussentwicklungshemmendes wie einen \u00abKinderteller\u00bb gibt es selbstverst\u00e4ndlich auch nicht. Entweder ist das Kind gross genug, um zu essen, was alle essen, oder es bekommt einen kleinen Extrateller und darf von allem probieren \u2013 ohne Murren seitens Personal oder Kind.<\/p>\n<p>Sobald man am Tisch sitzt, f\u00e4ngt man an, Grissini-P\u00e4ckchen aufzureissen und ungeduldig bis vorfreudig daran rumzuknabbern bis ein Kellner auftaucht.<\/p>\n<p>In einem einfachen Restaurant handelt es sich dabei zuweilen um eine etwas unterbelichtete Ausgabe der  Spezies. Vielleicht nicht besonders freundlich, aber distanziert h\u00f6flich.<\/p>\n<p>Immerhin besser, als aufgesetzt freundlich und aufdringlich unh\u00f6flich.<\/p>\n<p>Zu Domenico m\u00fcsste man eigentlich mittwochs und freitags gehen. Weil mittwochs und freitags gibts immer Fisch. Nur Fisch.<\/p>\n<p>Das ist, zugegeben, nicht besonders originell, aber hier will auch niemand originell essen. Alles, bloss das nicht.<\/p>\n<p>Heute ist Donnerstag. Pech. Als Antipasto kann man sich einen Teller aus einem Dutzend eingelegten oder gebackenen Gem\u00fcsen bringen lassen. Oder einen Teller mit diversen Salami und Schinken \u2013 lassen wir beides aus.<\/p>\n<p>Aus den sechs, sieben meist unverst\u00e4ndlich heruntergebeteten Vorschl\u00e4gen f\u00fcr den Primo Piatto bestellen wir 2 Pappardelle mit Hasenragout und ein Mal Gnocchi di Patate al Pomodoro.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pappardelle_lepre.jpg\" alt=\"Pappardelle Lepre\" \/><\/p>\n<p>Auf die Frage: \u00abW\u00fcnschen Sie etwas Wein?\u00bb, antwortet man am besten mit \u00abJa\u00bb, und schon steht ein Halbliter-Schoppen Hauswein auf dem Tisch. Und \u00abplumps!\u00bb wechselt mein Zitronenschnitz (wie bei den meisten anderen G\u00e4sten) vom Wasser- ins Weinglas. Doch, das passt!<\/p>\n<p>Als Secondo gibts Fleisch vom Grill \u00fcber dem offenen Kamin \u2013 klingt vielleicht romantisch, kommt aber total allt\u00e4glich und ohne All\u00fcren r\u00fcber.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/caminetto1.jpg\" alt=\"Caminetto\" \/><\/p>\n<p>Vorgeschlagen werden Salsiccie, Bistecca alla Fiorentina oder vom Angus Beef, Tagliata di Manzo Toscano oder Angus und Kalbskoteletten. Wir bestellen 3 Mal Tagliata di Angus. Dazu gibts zwei Salate und ein Mal Broccoletti.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/tagliata-di-angus.jpg\" alt=\"Tagliata Angus\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/broccoletti.jpg\" alt=\"Broccoletti\" \/><\/p>\n<p>Da der Kleine nur den Extraprobierteller hatte, wird er jetzt von der Kellnerin entf\u00fchrt und \u00fcber die Gelati-Truhe gehievt, wo er sich ein Cono Classico rausfischt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/cono-bindi.jpg\" alt=\"Cono Bindi\" \/><\/p>\n<p>Und jetzt kommt der mathematische Teil: Was kostet das alles, inklusive zwei Flaschen Wasser und drei \u2013 unheimlich guten \u2013 Caff\u00e8?<\/p>\n<p>Nicht nur der Betrag machte mich leer schlucken, auch die Pr\u00e4sentation der, ehm, na ja, Rechnung kann man dem ja nicht sagen.<\/p>\n<p>Wie der Wirt damit rauskommt ist mir ein R\u00e4tsel, aber es geschieht vermutlich an jeder Ecke in Italien. Dort macht man die Rechnung n\u00e4mlich lieber ohne den Staat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/quittung.jpg\" alt=\"Quittung\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittags in ein einfaches Restaurant kommen. Zuh\u00f6ren, was auf dem Herd steht. Ein paar solide Gerichte essen. Und zufrieden einen vern\u00fcnftigen Betrag daf\u00fcr auf den Tisch legen. Ich mag das, ich mag das, ich mag das. In Italien geht das anscheinend an jeder Ecke. 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