{"id":4101,"date":"2013-05-12T23:00:31","date_gmt":"2013-05-12T21:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=4101"},"modified":"2013-05-12T23:00:31","modified_gmt":"2013-05-12T21:00:31","slug":"hot-spot-alla-milanese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=4101","title":{"rendered":"Hot Spot alla Milanese"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4102\" rel=\"attachment wp-att-4102\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4102\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Sala_s.jpg\" width=\"600\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Sala_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Sala_s-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Grosses Gl\u00fccksgef\u00fchl im kleinen Chinatown Milanos: Aromando Bistrot.<\/p>\n<p>Das sind doch immer noch die erhellendsten kulinarischen Momente. Wenn man durch puren Zufall ein Restaurant entdeckt und schon beim Blick von aussen alle Geschmacksknospen auf Gr\u00fcn schalten.<\/p>\n<p>Ecke Via Canonica\/Via Moscati 13 in Milano ist so ein Fall.<\/p>\n<p>Die Einrichtung ist mehr als eigenwillig: Liebevoll arrangiertes Wohn- und K\u00fcchenmobiliar der 50er- und 60er-Jahre. Und das keineswegs als aufgesetzter Shabby-Chic oder als eine dieser Vintage-Maschen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4107\" rel=\"attachment wp-att-4107\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4107\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Niche_s.jpg\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Niche_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Niche_s-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Interior-Design entspringt vielmehr dem Gedanken einer allgemeinen Wertehaltung, den das Sommelier-Paar Cristina Aromando (was f\u00fcr ein Name f\u00fcr eine Wirtin!) und ihr Mann Savio Bina konsequent umsetzt.<\/p>\n<p>Warum neues Mobiliar f\u00fcr die Einrichtung des Lokals ordern (und damit Energie verschleudern und M\u00fcll produzieren) wenn man Gutes erhalten und wieder verwerten kann?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4108\" rel=\"attachment wp-att-4108\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4108\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-primo_s.jpg\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-primo_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-primo_s-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor allem, wenn man es so witzig und gekonnt umsetzt, m\u00f6chte man anmerken (zur Ablage von Handtaschen, steht bei jedem Tisch ein Kinderst\u00fchlchen, Ohrensessel oder ein Fussschemel bereit).<\/p>\n<p>Nicht Blumen in Vasen schm\u00fccken den Tisch, sondern K\u00fcchenkr\u00e4uter in Gl\u00e4sern und Schalen. Altgediente Pf\u00e4nnchen kommen als Brotk\u00f6rbchen zu einer zweiten Daseinsberechtigung.<\/p>\n<p>Die Grissini aus Biomehl und \u2013 selbstredend \u2013 mit langer Teigf\u00fchrung aus dem Holzofen und gesalzene Bio-Butter sind bereits eine erste Visitenkarte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4104\" rel=\"attachment wp-att-4104\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4104\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-pane_s.jpg\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-pane_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-pane_s-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vieles, das serviert wird, ist Bio. Aber das ist weder Konzept noch folgt man damit einem Dogma. Das w\u00e4re kurzsichtiges Denken.<\/p>\n<p>Schliesslich sind Bio-Lebensmittel je nach Produktionsbedingung nicht per se bessere Lebensmittel, schon gar nicht, wenn sie um den halben Globus geflogen werden m\u00fcssen, um auf unseren Tellern zu landen.<\/p>\n<p>Logischer und lobenswerter ist der Weg, den man im Aromando geht: Direkteinkauf beim Erzeuger des Vertrauens. &#8222;Wenn du mit lokalen Erzeugern arbeitest, die deine \u00dcberzeugungen teilen,&#8220; sagt Savio Bina, der in seinem Hosentr\u00e4ger-Look ein wenig gymnasial r\u00fcberkommt, &#8222;kommst du automatisch zu guten Produkten, die geschmackvoll, handwerklich sauber und saisongerecht sind.&#8220;<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil: Ohne Zwischenhandel kann die Ware g\u00fcnstiger bezogen werden. Dieser Preisvorteil wird direkt an die Restaurantkunden weiter gegeben.<\/p>\n<p>Eben kommt Emilia mit einer Kiste frisch gestochener weisser Waldspargeln ins Lokal. Sie baut sie bei Varese, nahe der Schweizer Grenze an. Aussergew\u00f6hnlich schamckhaft. Sie werden heute Abend roh serviert. D\u00fcnn aufgeschnitten an einer einfachen Vinaigrette.<\/p>\n<p>Gekocht wird leidenschaftlich und ungek\u00fcnstelt. Mit einer soliden Verankerung in italienischer Tradition (sonntags werden die hausgemachten Cappelletti in Brodo wie daheim aus der grossen Suppensch\u00fcssel gereicht) aber auch mit Offenheit gegen\u00fcber Neuinterpretationen.<\/p>\n<p>Der Norditalienische K\u00fcchenchef l\u00e4sst gerne auch Ideen seiner Kollegen aus S\u00fcditalien, Sri Lanka und Mexico einfliessen.<\/p>\n<p>Die Gem\u00fcse-Velout\u00e9s scheinen einer anderen Epoche entsprungen. Unaufgeregt, Geschmacklich unglaublich tief und samtig weich. Ein kulinarischer Hort.<\/p>\n<p>Die Pasta, schlicht, mit einem \u2013 h\u00f6chstens zwei Hauptaromen. Die Fleisch- und Fischgerichte pr\u00e4zise gegart und unpr\u00e4tenti\u00f6s angerichtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4105\" rel=\"attachment wp-att-4105\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4105\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Capretto_s.jpg\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Capretto_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Capretto_s-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Zicklein aus dem Ofen (eine grossz\u00fcgige Portion f\u00fcr 20 Euro) perfekt begleitet mit Catalogna und Brennessel-Pesto. Das Entrec\u00f4te vom Chianina-Rind ist ebenso schlicht wie ergreifend. Dazu gibt es 1\/2 (in Worten: eine halbe) mit etwas Fontina \u00fcberbackene Kartoffel (ebenfalls f\u00fcr faire 20 Euro).<\/p>\n<p>Zum stilvollen Aufschneiden werden diese zum Anbeten sch\u00f6nen Vintage-Messer von Berti gereicht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=4106\" rel=\"attachment wp-att-4106\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4106\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Berti_s.jpg\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Berti_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Aromando-Berti_s-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei den Weinen gibt es sowohl kleine Winzer zu entdecken als auch gestandene Erzeugnisse zu geniessen. Zum Abschied schenkt uns Savio ein Probierkanisterchen von seinem <a href=\"http:\/\/www.elibiologica.it\/ita\/HomePage.html\" target=\"_blank\">Lieblings\u00f6l<\/a> befreundeter sizilianischer Erzeuger.<\/p>\n<p>Eine Website gibt es \u00fcbrigens keine (mehr). Es gab mal eine mit Blog. &#8222;Entweder wir betreiben ein Bistrot oder eine Website&#8220;, meint Savio. Aber wenigstens ist die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/AromandoBistrot\" target=\"_blank\">Facebookseite<\/a> erhalten geblieben. Dort wird auch mal stolz gepostet, dass selbst der Playboy vom Lokal anget\u00f6rnt ist.<\/p>\n<p>In Chinatown gibt es ausser alten Trattorie die jetzt Trattoria Cinese heissen eigentlich nichts zu sehen. Aber das Aromando ist sozusagen ein echter Gl\u00fcckskeks in diesem Quartier und den Abstecher dorthin hundertmal wert. Und ich w\u00fcnschte mir wirklich, es g\u00e4be in jeder Stadt mindestens ein solches Lokal.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, sollten die Dessert nicht nach Gusto sein: Genau gegen\u00fcber gibt es die Gelateria Siciliana <a href=\"http:\/\/www.vasavasa.it\" target=\"_blank\">vasa vasa<\/a> mit einer umwerfend guten Granita (ich empfehle die Kombination Mandorla und Caff\u00e8) oder cremig-knusprige Gelati und Cannoli.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grosses Gl\u00fccksgef\u00fchl im kleinen Chinatown Milanos: Aromando Bistrot. Das sind doch immer noch die erhellendsten kulinarischen Momente. Wenn man durch puren Zufall ein Restaurant entdeckt und schon beim Blick von aussen alle Geschmacksknospen auf Gr\u00fcn schalten. Ecke Via Canonica\/Via Moscati 13 in Milano ist so ein Fall. 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