{"id":4635,"date":"2013-12-14T13:27:38","date_gmt":"2013-12-14T12:27:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=4635"},"modified":"2013-12-14T13:27:38","modified_gmt":"2013-12-14T12:27:38","slug":"schlicht-ist-perfekt-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=4635","title":{"rendered":"Schlicht ist perfekt genug"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Broiled-Tuna-Nigiri-Sushi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4639\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Broiled-Tuna-Nigiri-Sushi.jpg\" width=\"600\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Broiled-Tuna-Nigiri-Sushi.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Broiled-Tuna-Nigiri-Sushi-300x165.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck diese <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XKy_aVFgqDQ#t=42\" target=\"_blank\">Film-Delikatesse<\/a> dank einem Post von <a href=\"http:\/\/www.japanische-kochkurse.de\" target=\"_blank\">Shoko Kono<\/a> auf Facebook angeschaut und jetzt f\u00fcr den Rest des Tages magisch angetan.<\/p>\n<p>Abgesehen von der Hingabe, der Freude und der Demut, mit der hier Essen zubereitet und eingenommen wird, beeindruckt mich einmal mehr, dass viele Japaner anscheinend wie niemand sonst es verstehen, sich auf einen einzigen Bissen zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Die ganze Aufmerksamkeit auf dem Teller geb\u00fchrt diesem einen, einzelnen Gang. Nicht nur bei Sushi.\u00a0Mit oft nur einem Bissen oder einer Hauptzutat auf dem Teller. Nichts soll davon ablenken. Keine Beilagen. Keine unn\u00f6tige Garnitur.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Zutaten werden nicht einfach wie es gerade kommt oder beliebt untereinander gemischt, sondern einzeln aufgetragen. Oder ganz pr\u00e4zise aufeinander abgestimmt. Aus einer handwerklichen Tradition. Aus einer regionalen Verwurzelung. Und zur\u00fcckhaltend gew\u00fcrzt. Oft nur mit einem Hauptaroma. Nichts wird in Sauce ertr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Und irgendwie muss ich dabei auch immer an westliche Spitzengastronomie denken und Vergleiche dazu anstellen. Obwohl mir das gar nicht ansteht. Ich bin nicht berufen, das zu beurteilen. Und ich will die Leistung und Kreativit\u00e4t auch keinesfalls missw\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Und doch. Wie albern und streberhaft kommen mir dabei gewisse Kompositionen vor. Diese essbaren Landschaften mit den unausweichlichen Kressebl\u00e4ttchen (viele davon kommen alle vom selben Produzenten \u2013 aus Holland).<\/p>\n<p>Diese babylonischen T\u00fcrmchenbauten auf den Tellern. Dieses hoch kompetitive Abzielen auf noch komplexere, noch kompliziertere und noch krasser kontrastierende Gerichte.<\/p>\n<p>Warum dieses Obsessive bei jedem Gang? M\u00fcssen wirklich alle nur erdenklichen Texturen unbedingt in jedem Gang abgebildet werden? Alle diametral maximal auseinanderliegende Aromen, S\u00e4uren und S\u00fcssen \u201eharmonisch\u201c aufeinander abgestimmt werden?<\/p>\n<p>Sind wir denn wirklich so hyperkinetisch essgest\u00f6rt, dass uns Essen langweilt, weil es all diese Spitzen nicht hat? Weil es, wie es der Erz\u00e4hler im Film beschreibt, einfach nur im Mund schmilzt. Muss denn wirklich jeder Bissen im Mund explodieren, damit er nicht als banal abgetan wird? Kann nicht auch einfach nur die Perfektion der Schlichtheit kulinarisch \u00fcberzeugen?<\/p>\n<p>Und dann diese angesagten Gastronomiekonzepte \u2013 die ich zwar sehr liebe, ich gebe es zu, weil ich die Reduktion liebe und nun mal leider nicht einfach so schnell nach Japan zum Essen reisen kann kann \u2013 wie zum Beispiel das <a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=3939\" target=\"_blank\">Dos Palillos<\/a> in Barcelona. Aber die ja im Grunde nur die japanische Kultur nach\u00e4ffen.<\/p>\n<p>Mit ihren Dashis, Sashimis, Tatakis und Ponzus. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn die Japaner sich dar\u00fcber nerven oder\u00a0ihren von schlichten K\u00f6stlichekeiten gef\u00fcllten Bauch vor Lachen halten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und dann denke ich wieder, sei doch einfach froh, dass die kulinarische Welt zusammenw\u00e4chst. Dass sich Esskulturen erg\u00e4nzen und bereichern. Dass wir lernen, Wert auf gutes Essen und sorgf\u00e4ltige Zubereitung zu legen und dabei auch Neues und Spannendes entsteht. Dass kulinarisches Wissen geteilt und zug\u00e4nglich gemacht wird.<\/p>\n<p>Hashtag: Wieder mal aufgew\u00fchlt und ratlos in Sachen Esskultur.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck diese Film-Delikatesse dank einem Post von Shoko Kono auf Facebook angeschaut und jetzt f\u00fcr den Rest des Tages magisch angetan. 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