{"id":5724,"date":"2015-02-11T18:30:13","date_gmt":"2015-02-11T17:30:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=5724"},"modified":"2015-02-12T08:43:38","modified_gmt":"2015-02-12T07:43:38","slug":"zu-tisch-mit-david-schnapp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=5724","title":{"rendered":"Zu Tisch: Mit David Schnapp."},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5725\" rel=\"attachment wp-att-5725\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5725\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Portrait-David-Schnapp_s.jpg\" alt=\"David Schnapp\" width=\"600\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Portrait-David-Schnapp_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Portrait-David-Schnapp_s-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Zu behaupten, sein Gourmet-Blog \u00ab<a href=\"http:\/\/www.dasfilet.ch\" target=\"_blank\">Das Filet<\/a>\u00bb sei besonders gut, w\u00e4re vermessen. Er ist schlicht der Beste. Keiner in der Schweiz schreibt so sorgf\u00e4ltig und differenziert \u00fcber gehobene Gastronomie wie der Journalist David Schnapp.<\/p>\n<p>Und er ist keiner, der nur mal kurz \u00fcber den Tellerrand schaut, launische Kommentare abgibt oder obsessiv das Haar in der Suppe sucht. Er begegnet K\u00f6chen wie Lesern auf Augenh\u00f6he. Und das ist ein Genuss beim Lesen.<\/p>\n<p>Neben seiner\u00a0Kolumne \u00abZu Tisch\u00bb, in welcher er f\u00fcr die \u00abWeltwoche\u00bb Restaurants bespricht, hat er mit seinem Gourmet-Blog, den er 2012 gestartet hat, die ideale Form gefunden, seine Leidenschaft und seine Begeisterung f\u00fcr gutes Essen zu teilen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein l\u00e4ngst f\u00e4lliges Interview treffe ich ihn bei Antonio Colaianni im \u00ab<a href=\"http:\/\/www.mesa-restaurant.ch\" target=\"_blank\">mesa<\/a>\u00bb.<\/p>\n<p>Wir haben Zeit \u2013 und Vertrauen: Deshalb spielt David der K\u00fcche die Carte Blanche zu. Es folgen 15 \u00fcberraschende G\u00e4nge. Und weil Blogger unm\u00f6glich schweigend geniessen k\u00f6nnen, vertiefen wir uns mit jedem Bissen weiter in unser anregendes Gespr\u00e4ch. Bon app\u00e9tit!<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg ins \u00abmesa\u00bb bin ich am \u00abKatholischen Gymnasium\u00bb vorbeigekommen.\u00a0<\/strong><strong>Ist gutes Essen die neue Religion?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abMan k\u00f6nnte es meinen, wenn man Leute \u00fcber ihre vegane Ern\u00e4hrung sprechen h\u00f6rt. Das bekommt schnell einen fanatischen Zug. Andererseits scheint Essen ein gesellschaftlicher Mega-Trend zu sein, was ich durchaus begr\u00fcsse. Essen ist omnipr\u00e4sent. Im Fernsehen oder auf Social Media. Wir sind einer Food-Bilderflut ausgesetzt. Kochsendungen produzieren Kochsuperstars \u2013 was nicht heisst, dass die K\u00f6che beziehungsweise ihre Zuschauer besser kochen k\u00f6nnen. Zu Hause avanciert die Bibliothek hochwertiger Kochb\u00fccher zum Statussymbol. Bei mir zum Beispiel (lacht). Wie auch immer \u2013 der Vorteil gegen\u00fcber Religionen: Es gibt nicht bloss einen Gott!\u00bb<\/p>\n<p><strong>Du bist einer von denen, die sich mit Inbrunst damit besch\u00e4ftigen.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIch esse leidenschaftlich gerne, das stimmt. Und ich finde Spitzenk\u00f6che spannende Pers\u00f6nlichkeiten. Aber ich bin kein Eiferer. Ich m\u00f6chte verstehen, warum die so gut kochen. Und ich m\u00f6chte beim Besuch eines Spitzenrestaurants das Erlebnis und den Geschmack so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich wiedergeben.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5730\" rel=\"attachment wp-att-5730\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5730\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/1-Mesa-collage_s.jpg\" alt=\"1 Mesa collage_s\" width=\"600\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/1-Mesa-collage_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/1-Mesa-collage_s-300x155.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Knabberei zum Auftakt. Grissini, Nussbrot-&#8222;Hostie&#8220;, gemischte Salzkerne. Zur Brotauswahl gibt es Oliven\u00f6l, Walnusscr\u00e8me, Linsencr\u00e8me und Butter.<\/em><\/p>\n<p><strong>Du publizierst seit 2012 fast w\u00f6chentlich eine Restaurantkritik, ist \u00abDas Filet\u00bb mehr Passion oder Profession?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abW\u00f6chentlich, ist das so?\u00bb<\/p>\n<p><strong>Ich habe es in deinem Archiv nachgez\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abJa, doch. Stimmt. Die innere Vorgabe ist ein Artikel pro Woche zu publizieren. Meistens am Mittwochabend.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Setzt du dich gerne selbst unter Druck?<\/strong><\/p>\n<p>Lacht: \u00abDa dr\u00fcckt der ehemalige \u201eLeiter Produktion\u201c durch! Aber meine Leser haben sich daran gew\u00f6hnt, und ich m\u00f6chte sie nicht entt\u00e4uschen. Entstanden ist der Blog aus Passion, nun wird er zusehends Teil meines Berufs. Kurz nachdem ich die Restaurantkolumne von Julian Sch\u00fctt in der Weltwoche \u00fcbernommen hatte, wurde sie vom Chefredaktor wieder eingestellt. Da habe ich meinen Blog gestartet. Ein Jahr sp\u00e4ter habe ich die Kolumne im Blatt wieder zur\u00fcckerhalten, und seither l\u00e4uft das oft parallel.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5732\" rel=\"attachment wp-att-5732\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5732\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/2-Mesa-Collage_s.jpg\" alt=\"2 Mesa Collage_s\" width=\"600\" height=\"649\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/2-Mesa-Collage_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/2-Mesa-Collage_s-277x300.jpg 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Amuse: Sardisches Brot mit Safran,\u00a0gef\u00fcllt mit\u00a0Ricotta. Kichererbsen-K\u00fcchlein mit konfierten Zwiebeln. \u00abNegroni\u00bb-Sph\u00e4re und Puffreis-Cracker mit Peperoncino-Gel.<\/em><\/p>\n<p><strong>Was unterscheidet das Schreiben im Blog von der Kolumne?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIn der Kolumne habe ich nur sehr begrenzt Platz. Der Text ist komprimiert und es gibt nur vier kleine Bilder. Auf dem Blog k\u00f6nnen die Beitr\u00e4ge beliebig lang sein und ich kann ganze Bildstrecken einbinden. Da k\u00f6nnen sich die Leser doch ein ganz anderes Bild von einem Men\u00fc machen. Ausserdem lebt der Blog noch mehr von der Analyse einzelner G\u00e4nge. Gedruckt oder im Internet gilt: Ich lasse mich schnell begeistern und will diese Begeisterung meinen Lesern vermitteln. Dabei versuche ich so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich zu beschreiben, was ich erlebe und was ich esse. Das gibt dann eine Mischung aus Sachlichkeit und Begeisterung \u2013 und Humor, hoffe ich.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Ist \u00abDas Filet\u00bb eintr\u00e4glich? <\/strong><\/p>\n<p>\u00abH\u00f6chstens indirekt. Es ist Teil meines Berufs als Jorurnalist und Autor. Es gibt als Folge der Bekanntheit des Blogs Auftr\u00e4ge. Ich bin zum Beispiel Medienpartner des St. Moritz Gourmet Festival.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Was ich \u00fcbrigens sehr super finde, allgemein f\u00fcr Blogs als Medium und f\u00fcr Blogleser.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abJa, die Resonanz wird gr\u00f6sser. Der Inhalt wird sozusagen zum Kapital. Ich arbeite mit Firmen wie Nikon, deren Kameras ich benutzen kann, oder V-Zug zusammen. Aber grunds\u00e4tzlich ist der Blog als solches Verlustgesch\u00e4ft. Der Aufwand ist enorm. Ich generiere kein Einkommen damit. Was v\u00f6llig egal ist. Ein Teil seiner Qualit\u00e4t macht hoffentlich aus, dass die Leute wissen, wer da im Restaurant sitzt und schreibt. Ich bin identifizierbar. Deshalb gibt es ab und zu auch Einladungen von Sternh\u00e4usern. Ich bin kein anonymer, schlechtgelaunter Tester.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5733\" rel=\"attachment wp-att-5733\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5733\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/3-Mesa-Collage_s.jpg\" alt=\"3 Mesa Collage_s\" width=\"600\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/3-Mesa-Collage_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/3-Mesa-Collage_s-300x285.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Variation vom Saibling. St\u00f6rmousse mit Paprikasauerkraut, gepufften Linsen und Jogurt. Gambero Rosso, Polpo mit Chorizo-Julienne und Krustentiersauce mit Ramiro-Paprika. Weisswein:\u00a0Ekam 2011, Bodega Castell D&#8217;Encus. \u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Du hast relativ wenig Kommentare, fehlt dir das direkte Feedback deiner Leser?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abMeine Kommentare auf der Internetseite sind nicht gekoppelt mit Facebook, was ein Nachteil ist. Bei Social Media passiert eigentlich mehr als direkt auf dem Blog. Aber ich bekomme auch sehr viel direkte Feedbacks per E-Mail oder in Gespr\u00e4chen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Die Rubrik \u201eKochen\u201c ist seit 2012 von 13 Artikeln auf aktuell 0 geschrumpft. Hat dich der Mut verlassen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abNein. Nur die Zeit. Ich koche sehr gerne selber. Aber mit (zu) viel Ehrgeiz. Das schaffe ich nur etwa 4 Mal pro Jahr \u2013 und dann ist es ein Wochenprojekt.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Du betreibst private Sternek\u00fcche?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIch koche meistens Rezepte \u2013 ganze Gerichte oder einzelne Elemente \u2013 aus B\u00fcchern von Spitzenk\u00f6chen nach. Ich will verstehen, was die machen, wie sie es machen, und worin letztlich die Faszination f\u00fcr die komplexe Zubereitung eines Gerichts liegt. Ich schreibe ja auch eine Autokolumne, finde aber, dass man keinen Motor bauen oder reparieren k\u00f6nnen muss, um \u00fcber Autos zu schreiben. Wer aber \u00fcber Essen schreibt, sollte kochen k\u00f6nnen. Ich muss mich mit den Techniken der Hochgastronomie auskennen und Prozesse verstehen und einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Wo bleibt da die Kreativit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abBeim Schreiben. Ich hoffe, das merkt man beim Lesen!\u00bb (lacht).<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5734\" rel=\"attachment wp-att-5734\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5734\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/4-Mesa-Maccheroncini.jpg\" alt=\"4 Mesa Maccheroncini\" width=\"600\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/4-Mesa-Maccheroncini.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/4-Mesa-Maccheroncini-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Signature Dish: Maccheroncini, Pesto, Fave, Cima di rape, Tomatencoulis, Tomatenschaum.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Deine Besuche von Sternelokalen haben zugenommen. Fr\u00fcher hast du auch mal \u00fcber das Hiltl geschumpfen. Gibst du dich nur noch mit den Besten ab?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abGrunds\u00e4tzlich ist es immer am besten, von den Besten zu lernen. F\u00fcr mich ist das die interessanteste Form der Gastronomie. Obwohl ich gerne zum Stammitaliener gehe, ein Primo ein Fisch und ein Dessert, die einfach aber geschmackvoll zubereitet werden, sind toll, ersch\u00f6pfen sich aber in der Beschreibung schnell. Was ich \u00fcber das Hiltl geschrieben habe, w\u00fcrde ich \u00fcbrigens wieder so schreiben: Das ist f\u00fcr mich eine Vegi-Fabrik mit h\u00f6chst erfolgreicher Marketingabteilung. Ich schreibe, wenn mir etwas nicht schmeckt, versuche das aber fair und differenziert zu tun. Ich sitze aus Freude am Essen im Restaurant, nicht um dem Koch Fehler nachzuweisen, oder dem Michelin sein Fehlurteil vorzuhalten.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5735\" rel=\"attachment wp-att-5735\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5735\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/5-Mesa-Cardi.jpg\" alt=\"5 Mesa Cardi\" width=\"600\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/5-Mesa-Cardi.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/5-Mesa-Cardi-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Unter Tr\u00fcffel und Kartoffelespuma: Sot-l&#8217;y-laisse, Kardy, Gefl\u00fcgeljus.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wo liegen eigentlich deine kulinarischen Wurzeln?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDie sind schweizerisch-rum\u00e4nisch gepr\u00e4gt. Man Vater ist Rum\u00e4ne. Meine Mutter ist Schweizerin und hat immer gut gekocht. Sie hatte sogar rum\u00e4nische Rezepte drauf. Richtig gute. Mein Vater konnte nicht kochen, daf\u00fcr gut ins Restaurant gehen. Es gab in Erlinsbach einen \u2039Jugoslawen\u203a \u2013 so sagten wir damals. Ich glaube, der Wirt war Serbe. Ich habe dieses Essen geliebt: Deftige Gerichte, Fleisch vom Grill und Fladenbrot! Auch zum \u2039Stammitaliener\u203a nach Aarau ging es oft. Der goldige Leu oder eben \u2039Leon d\u2019Oro\u203a (lacht). Nach Rum\u00e4nien hingegen fuhren wir selten. Ich erinnere mich aber an ein Essen, da war ich etwa 16. Wir haben eine Grossante besucht, die irrsinnig gekocht hat: Das ging von 11 Uhr bis fast um Mitternacht. Das hat Spass gemacht. In dem Alter kann man ja ohne Ende essen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Wie h\u00e4ltst du es mit Junk Food, kommt dir das in die T\u00fcte? <\/strong><\/p>\n<p>\u00abAb und zu schon. Vielleicht einmal im Monat.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Hand aufs Herz: Du gehst zu McDonald\u2019s.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abBurger King. McDonald\u2019s ist f\u00fcr Kinder. Bei Burger King sind die Pommes Frites besser. Und die Burger auch. Eine Bratwurst ab und zu hab ich auch gerne. Ehrlich gesagt, bin ich da ganz undogmatisch. Letzthin habe ich in Z\u00fcrich einen grossartigen Hamburger-Laden entdeckt, die machen Sauce, Br\u00f6tchen, alles selber: <a href=\"http:\/\/www.thebite.ch\">http:\/\/www.thebite.ch<\/a>. Fast Food auf h\u00f6chstem Niveau.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Dein Hunger nach Qualit\u00e4t hat zugenommen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abNat\u00fcrlich. Brot aus dem Supermarkt vertrage ich zum Beispiel nicht mehr. Das backe ich selbst, wenn ich kann. Oder wir holen es bei einem guten B\u00e4cker. Fonds, Bouillons, Ketchup, Sweet-Chili-Sauce: Solche Dinge mache ich auch gerne selber.\u00bb<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrdest du am liebsten jeden Tag im Sternelokal essen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abNein. Das geht nicht. Obwohl ich es manchmal auf Reisen mache. Aber Hochgastronomie ist wie Oper oder Theater. Da geht man auch nicht jeden Abend hin. Ich halte Kochen f\u00fcr eine essentielle Kulturtechnik der Menschen. Und die Spitzenk\u00f6che betreiben diese Kultur auf h\u00f6chstem Niveau. Aber man sollte es nicht \u00fcberh\u00f6hen: Kochen ist ein Handwerk und im besten Fall ein Kunsthandwerk.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5736\" rel=\"attachment wp-att-5736\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5736\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/6-Mesa-Zander.jpg\" alt=\"6 Mesa Zander\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/6-Mesa-Zander.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/6-Mesa-Zander-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Zander, Barba di frate, Cima di rape, Verjussauce. Weisswein: 2007,\u00a0<\/em><em>Matassa Blanc VdP C\u00f4tes Catalanes.<\/em><\/p>\n<p><strong>Was macht ein perfektes Essen aus?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDas h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab. Erstens kommt es auf die eigene Stimmung an. Essen hat viel mit pers\u00f6nlicher Befindlichkeit zu tun. Die kann der Gastgeber nur bedingt beeinflussen. Zum Beispiel, wenn du Streit mit deiner Frau hattest. Dann kommt es darauf an, wie man empfangen wird. Dem Service kommt hier eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle zu. Erst dann kommt die K\u00fcche: Wie der Koch das Men\u00fc zusammenstellt, wie die Dramaturgie ist, welche Kombinationen&#8230; Ich liebe Spannung beim Essen, S\u00e4ure, mutiges Abschmecken. Harmonie ist mir eher suspekt. Gut, ausser: Eier, Spinat, Tr\u00fcffel. Man kann sagen, viele K\u00f6che verderben vielleicht den Brei aber viele Elemente machen ein gutes Essen aus. Und im Restaurant ist es wie bei einem Bewerbungsgespr\u00e4ch \u2013 meistens entscheidet es sich schon in den ersten Sekunden. \u00dcbrigens: Niemand in der Schweiz hat so gut verstanden, wie sehr Haute Cuisine ein Gesamterlebnis ist wie Andreas Caminada.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5737\" rel=\"attachment wp-att-5737\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5737\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/7-Mesa-Scallop-Ragout.jpg\" alt=\"7 Mesa Scallop Ragout\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/7-Mesa-Scallop-Ragout.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/7-Mesa-Scallop-Ragout-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><i>Jakobsmuschelragout unter Risottoespuma.<\/i><\/p>\n<p><strong>Wohin soll der Blog f\u00fchren?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIch habe keine konkreten Ziele. In erster Linie mach ich das f\u00fcr mich. Nat\u00fcrlich merke ich: Oh, das interessiert andere auch. Das sch\u00fcrt Erwartungen. Ich nehme diese Verpflichtung gegen\u00fcber den Lesern sehr ernst. Und m\u00f6chte einfach immer besser werden. Besser schreiben und fotografieren. Und beim Essen ist es halt so: Man lernt durch Erfahrung. \u00bb<\/p>\n<p><strong>Was h\u00e4ltst du von Restauranttestern und Gastrof\u00fchrern?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abViel, wenn sie gut sind!\u00bb<\/p>\n<p><strong>Deine Tonalit\u00e4t hat sich ver\u00e4ndert. Was ist dir wichtig, wenn du ein Restaurant besprichst?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00ab<\/strong>Im Zentrum steht das Essen und der Service. Der wird oft untersch\u00e4tzt. Atmosph\u00e4rische Fragen wie Licht oder Dekoration werden nebenher behandelt. Ich m\u00f6chte meinen Lesern ein m\u00f6glichst genaues Bild vom Ganzen vermitteln: Was gibt es, wie schmeckt es, wie wird es pr\u00e4sentiert? Ich bin da sehr fokussiert. Ich konzentriere mich auf Sternelokale. Und ich gehe am liebsten mehrmals in ein Restaurant. Um zu sehen, wie sich ein Koch entwickelt. Was ich vermeide, sind Neuer\u00f6ffnungen. Das bringt nichts. Das Team in K\u00fcche und Service m\u00fcssen eingespielt sein, um einen realistischen Eindruck ihrer Leistungsf\u00e4higkeit abgeben zu k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5738\" rel=\"attachment wp-att-5738\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5738\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/8-Mesa-Rind.jpg\" alt=\"8 Mesa Rind\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/8-Mesa-Rind.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/8-Mesa-Rind-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Filet und B\u00e4ckchen vom Rind, Mais, geschmorter Radicchio. Rotweine: 2004\u00a0<\/em><em>Bertagna, Clos Vougeot, premier\u00a0Cru und\u00a0<\/em><em>2004 Oreno, Tenuta Sette Ponti.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wein ist kein Thema f\u00fcr dich?<\/strong><\/p>\n<p>Ich verzichte bewusst darauf. Einerseits verstehen andere mehr davon, andererseits kann ich nicht trinken, wenn ich konzentriert bleiben will. Dazu bin ich meistens mit dem Auto unterwegs und last but not least ist es auch eine Frage der Gesundheit \u2013 und des eigenen K\u00f6rpergewichts!\u00bb<\/p>\n<p><strong>Wie hat sich die Herangehensweise ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abIm Prinzip hat sich nicht viel ge\u00e4ndert. Ich gehe mit Begeisterung essen. Sicher, es kommt vor dass ich m\u00fcde bin oder im schlimmsten Fall unmotiviert \u2013 das verfliegt schnell, wenn das Essen gut ist. Wenn es geht, suche ich am Ende das Gespr\u00e4ch mit dem Koch. Nat\u00fcrlich hat auch mein Background sich ver\u00e4ndert, der Erfahrungsschatz wird eben gr\u00f6sser. Grunds\u00e4tzlich m\u00f6chte ich differenziert beschreiben und fair urteilen. Ich finde das wichtig. Stell dir vor, jemand w\u00fcrde alles, was du scheibst, kommentieren und kritisieren. Letztlich beurteilt man die t\u00e4gliche Arbeit von Profis, da sollte man mit Respekt und Vorsicht rangehen. Der fulminante Verriss ist nicht meine Sache.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5739\" rel=\"attachment wp-att-5739\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5739\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/9-Mesa-Apfel.jpg\" alt=\"9 Mesa Apfel\" width=\"600\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/9-Mesa-Apfel.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/9-Mesa-Apfel-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Gr\u00fcner Apfel Eis und Gel, Ziegenfrischk\u00e4se, Miso-Gel, Tapioka-Chip.<\/em><\/p>\n<p><strong>Welche kulinarischen Ziele oder Destinationen hast du?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDie Nordic Cuisine kenne ich nicht so gut. Ich habe mich bisher nicht auf den Hype eingelassen. War zum Beispiel noch nie im Noma. Aber die K\u00fcche des Nordens interessiert mich schon. Und nat\u00fcrlich Japan. Und nach New York will ich wieder mal&#8230;\u00bb<\/p>\n<p><strong>Was war dein eindr\u00fccklichstes Erlebnis bisher?<\/strong><\/p>\n<p>\u00ab2014 hat mich Christopher Kostow im The Restaurant at Meadowood sehr beeindruckt.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5741\" rel=\"attachment wp-att-5741\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5741\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/10-Mesa-Dessert.jpg\" alt=\"10 Mesa Dessert\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/10-Mesa-Dessert.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/10-Mesa-Dessert-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Cassis-Eis, Randen, weisse und dunkle Schokolade.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ich meinte das beste Essen ever?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberlegt einen Moment: \u00abSerio Hermann. Ich war noch im Oud Sluis bevor er es zumachte. Dort war einfach alles \u2013 vom Empfang \u00fcber die Atmosph\u00e4re zum Service, zur Dramaturgie, bis zum Essen \u2013 einfach alles: Mindblowing! Ein perfektes Gesamterlebnis. Bei Ducasse in Monaco war es \u00e4hnlich, aber auf eine ganz andere Art. Klassischer, streng produkteorientiert, pomp\u00f6ser, was das Int\u00e9rieur betrifft. Ich mag klassische K\u00fcche, aber emotional liegen mir die Avantgardisten \u2013 zum Beispiel Heiko Nieder, Andreas Caminada, Nenad Mlinarevic, Tanja Grandits in der Schweiz \u2013 n\u00e4her. Das ist meine Zeit. Wenn Kollegen manchmal von Girardet oder Stucki schw\u00e4rmen &#8230; kann ich einfach nicht mitreden. War nicht meine Zeit, sorry.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5740\" rel=\"attachment wp-att-5740\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5740\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/11-Mesa-Friandises.jpg\" alt=\"11 Mesa Friandises\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/11-Mesa-Friandises.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/11-Mesa-Friandises-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Zitronensabl\u00e9 mit Kalamansi-Gel, R\u00fceblitorte mit Maronencr\u00e8me, weisse Schoko-Minz-Truffes, Canel\u00e9 mit Ricotta.<\/em><\/p>\n<p><strong>Und wie fandest du unser Essen heute im Mesa?<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDer Start war etwas verhalten, danach fand ich es sehr gut. Antonio Colaianni hat eine sehr eigene Handschrift, eine gewisse Verspieltheit, die mir gef\u00e4llt: diese Mischung aus klassischer Kochtechnik, Italianit\u00e0 und Avantgardismus. Grunds\u00e4tzlich sind grosse K\u00f6che jene, die einen unverwechselbaren Stil entwickeln. Da geh\u00f6rt Colaianni dazu.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=5742\" rel=\"attachment wp-att-5742\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5742\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/David-Schnapp-Schuss_s.jpg\" alt=\"David Schnapp Schuss_s\" width=\"600\" height=\"770\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/David-Schnapp-Schuss_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/David-Schnapp-Schuss_s-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Endlich: Diesen\u00a0Schnapp-Schuss wollte ich schon lange knipsen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu behaupten, sein Gourmet-Blog \u00abDas Filet\u00bb sei besonders gut, w\u00e4re vermessen. 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