{"id":7348,"date":"2016-12-30T18:56:51","date_gmt":"2016-12-30T17:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=7348"},"modified":"2019-11-22T10:18:49","modified_gmt":"2019-11-22T09:18:49","slug":"laib-und-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=7348","title":{"rendered":"Laib und Seele."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7350\" rel=\"attachment wp-att-7350\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7350\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta.png\" alt=\"Ciabatta\" width=\"600\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta.png 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta-150x150.png 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta-300x300.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das hier, das ist nicht einfach ein Brot. Es ist der Beweis, dass ich daf\u00fcr etwas zum Leben erweckt habe, das mein Leben \u00fcberdauern k\u00f6nnte und danach wom\u00f6glich an die\u00a0n\u00e4chste Generation \u00fcbergeht: Mein eigener <em>Lievito Madre<\/em>.<\/p>\n<p>Lievito Madre heisst \u00fcbersetzt Mutterhefe. Ein Weizensauerteig nach italienischem Vorbild. Damit kann ich mit blossen H\u00e4nden \u2013 wann immer ich es m\u00f6chte \u2013 ein kleines\u00a0Wunder vollbringen. N\u00e4mlich mit nichts als Wasser, Mehl und Salz richtig gutes\u00a0Brot, Pizza oder Focaccia backen, die es in solcher\u00a0Urspr\u00fcnglichkeit\u00a0und mit so einer komplexen, feins\u00e4uerlicher Aromatik nirgendwo zu kaufen gibt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7400\" rel=\"attachment wp-att-7400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7400\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/dinkelbrot.jpg\" alt=\"Dinkelbrot\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/dinkelbrot.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/dinkelbrot-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/dinkelbrot-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und damit wir uns gleich richtig verstehen,\u00a0wir sprechen hier von echtem Brot. Aus einem Teig, der es in sich hat. N\u00e4mlich dutzende Arbeitsschritte, ge\u00fcbte\u00a0Handgriffe, Beobachtungsgabe, Erfahrung und Zeit. Sehr viel Zeit. Manchmal 48\u00a0Stunden. Dabei\u00a0entwickelt er einen unvergleichlichen\u00a0Geschmack, eine besondere\u00a0Textur und eine bessere Vertr\u00e4glichkeit. Kein Vergleich zum flachen Geschmack von Brot, das husch-husch mit gekaufter Frischhefe gebacken wird. Von Industrie- und Supermarktbroten reden wir schon gar nicht. Mit all den\u00a0haarstr\u00e4ubenden Zus\u00e4tzen, ihrer schwammigen Konsistenz und ihrer geschmacklichen Leere.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7401\" rel=\"attachment wp-att-7401\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7401\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-teig.jpg\" alt=\"Pizza bianca Teig\" width=\"600\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-teig.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-teig-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meine Vorstellung von Brotbacken geht so: Ich will es\u00a0verinnerlichen. Im Schlaf k\u00f6nnen. Etwa so wie man Rad f\u00e4hrt. Ohne gross zu \u00fcberlegen, einfach aufsitzen, intuitiv die Balance halten\u00a0und so lange in die Pedale treten wie es n\u00f6tig ist, um ans\u00a0Ziel zu kommen.\u00a0Ich will keine komplizierten Rezepte abarbeiten. Keine Knetmaschinen anwerfen. Kein Chemiestudium absolvieren. Niemand, der aus der Tradition zu hause Brot b\u00e4ckt tut das. Es ist wie mit der Herstellung von frischer Pasta. Eine italienische Nonna braucht keine Anleitung dazu. Sie tut es aus Erfahrung, aus dem Handgelenk. Und sie\u00a0bekommt sie grandios hin. Immer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7402\" rel=\"attachment wp-att-7402\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7402\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/weizen-dinkel-brot.jpg\" alt=\"Weizen Dinkel Brot\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/weizen-dinkel-brot.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/weizen-dinkel-brot-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/weizen-dinkel-brot-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Das erste Mal habe ich vor neun Jahren in <a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=297\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dieser Geschichte<\/a> \u00fcber Pinocchio von Lievito Madre geschrieben. Der B\u00e4cker im Dorf meiner Eltern, Cesidio, der die beste Pizza bianca der Welt b\u00e4ckt, hatte mir erz\u00e4hlt, dass seine Hefe von seinem Vater mit einer \u00fcberreifen Birne angesetzt wurde. Damit\u00a0war f\u00fcr mich eigentlich klar,\u00a0dass ich nie im Leben etwas \u00e4hnliches zustande bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>2011 erz\u00e4hlte mir eine Schwedin am <a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=2543\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Foodphoto Festival<\/a> in Tarragona, dass jeder in ihrer\u00a0Familie\u00a0selber Brot b\u00e4ckt. Und zwar mit dem eigenen Sauerteig, der an alle Familienmitglieder weitergegeben wird. Sie verriet mir weiter, dass in Schweden viele\u00a0Hotels die mitgebrachten Sauerteige der G\u00e4ste\u00a0gerne in daf\u00fcr vorgesehene K\u00fchlschranke einquartieren. \u00abHaha! Ihr verreist\u00a0mit einem\u00a0Sauerteig im Gep\u00e4ck?\u00bb sp\u00f6ttelte ich. \u00abNat\u00fcrlich, wenn man den nicht f\u00fcttert, stirbt er!\u00bb F\u00fcttern? Ich verstand nur Bahnhof. Es fesselte\u00a0mich zwar, aber es war zu weit weg. Ich hatte nichts mit schwedischer Brotkultur am Hut.<\/p>\n<p>Ein paar Jahre sp\u00e4ter \u2013 es liess mich nicht los \u2013 setzte ich dann\u00a0eine erste\u00a0Mutterhefe an, deren\u00a0Rezept in meinem Buch <a href=\"https:\/\/www.brandstaetterverlag.com\/buch\/italien-vegetarisch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Italien vegetarisch <\/a>von 2014 zu finden ist. Eine <em>Pasta Madre\u00a0<\/em>eigentlich. Es gibt in Italien zwei Arten, den Sauerteig zu f\u00fchren. Die Pasta Madre wird jeweils im Verh\u00e4ltnis 2:1 Mehl und Wasser aufgefrischt, was ihr die Konsistenz eines Teiges verleiht. Ein eindr\u00fcckliches Exemplar dieser Art\u00a0\u00a0zeigte mir\u00a0<a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=6237\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Thomas Morazzini<\/a>\u00a0in Umbrien, der mir seine Eleonor vorstellte, eine Mutterhefe von 65 Jahren! Die Liebe, mit der er \u00fcber das Backen und seine Eleonor\u00a0sprach, befl\u00fcgelten mich erneut.<\/p>\n<p>Auch\u00a0meine \u00f6sterreichische Nachbarin, K\u00e4thi, hat mir ein wundersch\u00f6nes Brotbild eingebrannt. Sie erz\u00e4hlte mir, dass sie in ihrer Grossfamilie auf dem Bauernhof nur einmal im Monat Brot gemacht haben. Die Mutterhefe habe man zwei Tage w\u00e4ssern m\u00fcssen, um sie wieder zu aktivieren. Sie wurde offen aufbewahrt und trocknete langsam ein, bis sie nach drei Wochen zum Leben erweckt wurde. Geformt wurden jeweils 12 Laibe. Ausgebacken wurden sie beim B\u00e4cker. Und dann \u2013 jetzt kommts: Packte man das Brot in Leinens\u00e4cke und bewahrte sie im Keller auf. K\u00e4thi blickte mir tief in die Augen und meinte: \u00abDu, ich sag dir, das letzte Brot aus dem Keller, das schon seit drei Wochen da hing, das war das beste Brot \u00fcberhaupt! Ich habe nie wieder irgendwo ein so gutes Brot gegessen, ehrlich.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7410\" rel=\"attachment wp-att-7410\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7410\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/halbweissbrot.jpg\" alt=\"Halbweissbrot\" width=\"600\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/halbweissbrot.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/halbweissbrot-300x263.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach ein paar Monaten hatte ich mit meiner\u00a0bestehenden Mutterhefe etwas M\u00fche. Immer mehr\u00a0empfand ich das Auffrischen als l\u00e4stig. Die paar Minuten f\u00fcr die wenigen Handgriffe mit abw\u00e4gen, mischen und kneten waren mir zuviel Aufwand, f\u00fcr die eher d\u00fcrftigen Backresultate, die ich im\u00a0Gegenzug zustande brachte. Ich wollte nochmals von vorne beginnen. Mit einer \u00fcberreifen Birne, wie Cesidio&#8217;s Vater!<\/p>\n<p>In dieser Zeit sah ich mir unz\u00e4hlige italienische Tutorials auf youtube an, las italienische Foodblogs mit brutal beeindruckenden Amateur-B\u00e4ckern und liess mich von der neuen Kalifornischen Welle der Artisanal Bakers wie Chad Robertson von der Tartine Bakery mitreissen. Dabei\u00a0stiess\u00a0ich auf die\u00a0andere Art der italienischen Sauerteigf\u00fchrung:\u00a0<em>Li.co.li \u2013 lievito madre in coltura liquida. <\/em>Der\u00a0ist fl\u00fcssig\u00a0und einem Roggensauerteig \u00e4hnlich. Das\u00a0Mischverh\u00e4ltnis zum Auffrischen ist\u00a01:1 Mehl und Wasser und wesentlich pflegeleichter.<\/p>\n<p>Den Ansatz\u00a0mit der Birne hatte ich allerdings verworfen, nachdem ich irgendwo aufgeschnappt hatte, dass man als Starter (eine zuckerhaltige L\u00f6sung)\u00a0am besten etwas aus der unmittelbaren Umgebung (zum Beispiel eine Frucht aus dem eigenen Garten) verwendet, weil dann die\u00a0Hefen in der Luft aus derselben Umgebung\u00a0besonders aktiv sind. Und so\u00a0ging ich vorletzten Oktober fest entschlossen zu unserem Sauergrauech-Apfelbaum, pfl\u00fcckte ein besonders reifes Exemplar und beschloss, das Rezept (falls es denn gelingen w\u00fcrde) eines Tages hier mit euch zu teilen! Das ist es:<\/p>\n<p><strong>Rezept f\u00fcr Lievito Madre<br \/>\n<\/strong><em>Li.co.li \u2013 lievito madre in coltura liquida<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Apfel in der K\u00fcche 1-2 Wochen reifen lassen, bis er s\u00fcsslich duftet\u00a0und die Haut etwas\u00a0ledrig wird.<\/li>\n<li>Apfel\u00a0grob in\u00a0W\u00fcrfel schneiden, mit Wasser bedecken und 48h mit einem Netz abgedeckt fermentieren lassen.<\/li>\n<li>Apfelwasser abgiessen und 100 g davon mit 100 g Vollkornmehl in einem Glas vermischen.<\/li>\n<li>Mit perforierter Klarsichtfolie abdecken und bei 26 Grad reifen\u00a0lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (etwa 12h)<\/li>\n<li>1 Woche lang alle 12 Stunden wie folgt auffrischen: Jeweils 100 g entnehmen und mit 50 g Mehl und 50 g Wasser f\u00fcttern.<\/li>\n<li>Die Hefe sollte Aktivit\u00e4t in Form von Bl\u00e4schen zeigen und angenehm riechen (leicht alkoholisch).<\/li>\n<li>Ab da kann man mit ihr backen. Die ben\u00f6tigte Menge ist 20% vom Mehlgewicht.<\/li>\n<li>In einem Weckglas im K\u00fchlschrank lagern und mindestens 1x pro Woche mit 50 g Mehl und 50 g Wasser f\u00fcttern.<br \/>\n(Statt Vollkornmehl kann man ab dann auch helles Mehl verwenden)<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7357\" rel=\"attachment wp-att-7357\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7357\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/apfelwasser.jpg\" alt=\"Apfelwasser\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/apfelwasser.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/apfelwasser-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Apfelwasser\u00a0roch angenehm s\u00fcss nach Apfelsaft und leicht alkoholisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7361\" rel=\"attachment wp-att-7361\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7361\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Collage-Hefeansatz_s.jpg\" alt=\"Lievito Madre\" width=\"600\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Collage-Hefeansatz_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/Collage-Hefeansatz_s-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon nach den ersten 12 Stunden hatte sich das Volumen vom\u00a0Ansatz\u00a0verdreifacht! Mich durchstr\u00f6mte die h\u00f6here Spannung\u00a0Gl\u00fccksgef\u00fchl als der Blitz der Frankenstein zum Leben erweckte. \u00abIt&#8217;s alive!\u00bb verk\u00fcndete ich mit\u00a0geschwellter Brust.\u00a0Ich\u00a0roch daran.\u00a0Es war noch nicht der Geruch von\u00a0fein s\u00e4uerlichen Hefe, sondern nach Erde, Mehl und ja \u2013 neugeborenem Leben.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass man einen geeigneten Ort findet, der konstant 24 bis 26 Grad hat. Bei mir war das der Heizk\u00f6rper mit einem dicken Brett drauf, das die Hitze etwas abschirmt. Ich musste etwas t\u00fcfteln und mit einem Thermometer messen, bis es passte. Temperaturen \u00fcber 28 Grad lassen die Hefebakterien absterben. Ist es zu k\u00fchl, brauchen sie zu lange oder werden gar nie aktiv.<\/p>\n<p>Falls sich Schimmel bildet, ist der Versuch misslungen. Verwerfen und nochmals beginnen. Tut sich nach 12 Stunden nichts, kann man versuchen, in k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden aufzufrischen.<\/p>\n<p>Ich bewahre meinen Lievito Madre (etwa 250 g) in einem Weckglas auf und lagere ihn im K\u00fchlschrank. Zur Kontrolle\u00a0notiere ich das Datum der letzten F\u00fctterung auf einer Etikette auf dem Deckel. Sp\u00e4testens nach f\u00fcnf Tagen frische ich ihn jeweils auf. \u00a0Diese Routine\u00a0zwingt einen, mindestens einmal pro Woche etwas damit zu backen. Das\u00a0Ritual, das\u00a0sich dabei einstellt, ist befriedigend, erdend \u2013 und unbezahlbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7364\" rel=\"attachment wp-att-7364\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7364\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre.jpg\" alt=\"Lievito Madre\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Raumtemperatur blubbert er\u00a0schon bald los und nach etwa 2 Stunden quillt er\u00a0f\u00f6rmlich aus dem fest verschlossenen Deckel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7385\" rel=\"attachment wp-att-7385\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7385\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-minibar.jpg\" alt=\"lievito madre minibar\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-minibar.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-minibar-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/lievito-madre-minibar-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich muss schmunzeln, wenn ich an die Schwedin zur\u00fcckdenke. Selbstverst\u00e4ndlich kommt meine Hefe mit ins Gep\u00e4ck wenn ich verreise. Sie \u00fcbernachtet dann schon mal in der Minibar des Hotelzimmers und wird alle paar Tage aufgefrischt. Ich w\u00fcrde sie nie zuhause ihrem Schicksal \u00fcberlassen und riskieren, dass sie eingeht, w\u00e4hrend dem wir faul am Strand liegen.<\/p>\n<p>Doch der Weg zu einem wirklich guten Brot, das gl\u00fccklich macht, knusprig ist, mit einer weichen, saftigen, grossporigen Krume, dabei geschmackvoll, ausgewogen und formvollendet \u2013 dieser Weg, ist der h\u00e4rteste und steinigste, den ich je gegangen bin.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7403\" rel=\"attachment wp-att-7403\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7403\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pfuenderli.jpg\" alt=\"Pfuenderli\" width=\"600\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pfuenderli.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pfuenderli-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wirklich, ich habe in der K\u00fcche schon alles halbwegs so hinbekommen, wie ich es mir gew\u00fcnscht hatte. Aber Brotbacken hat mich Demut gelehrt. Dieses\u00a0so allt\u00e4gliche, vermeintlich banale Lebensmittel ist das perfekte Beispiel daf\u00fcr, wie man an etwas Einfachem kl\u00e4glich scheitern kann \u2013 oder ein Meisterwerk daraus macht. Oh, ich habe viele Rohrkrepierer produziert. Fladen, die so hart\u00a0und appetitlich\u00a0waren wie eine verstaubte Asbestplatte. \u00dcbers\u00e4uerte Laibe mit einer klebrigen Krume oder kiloschwere Brocken ohne Seele. Einmal hatte ich einen Tausch vereinbart: Selbst gemachten Wein gegen selbst gemachtes Sauerteigbrot. Ausgerechnet mit einem befreundeten Food- und Wein-Journalist! \u00a0Ich hatte mich so darauf gefreut. Hatte den Teig sorgf\u00e4ltig 24 Stunden lang gef\u00fchrt. Er hatte eine tolle Konsistenz, die richtige Spannung, ein feines Aroma. Und kurz vor dem Backen ist er mir einfach zerronnen, sich buchst\u00e4blich in ein Nichts aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Das Ding ist ja: Ich weigere mich, Rezepte zu befolgen. Man sagt ja gemeinhin, kochen geht auch Pi mal Daumen. Aber backen ist eine ganz pr\u00e4sise Chose. Da muss man schampar penibel zur Sache gehen\u00a0und jedes Mikrogramm genauestens abw\u00e4gen und Temperaturen aufs Grad genau einhalten. Bullshit. Wenn dem so w\u00e4re, w\u00fcrden ja alle B\u00e4cker nur 1a Spitzen-Brot produzieren. Wir wissen, dass das eine Illusion ist. Leider sind die, die ihr Handwerk wirklich noch beherrschen und ernst nehmen immer mehr in Unterzahl.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7404\" rel=\"attachment wp-att-7404\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7404\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-integrale.jpg\" alt=\"pane integrale\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-integrale.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-integrale-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-integrale-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich\u00a0habe ich B\u00fccher \u00fcber Brotbacken in die\u00a0Hand genommen. Und meistens\u00a0wutschnaubend in eine Ecke gepfeffert. Im Ernst jetzt? Ein Rezept f\u00fcr Pane Pugliese mit Sauerteig und dann\u00a0zus\u00e4tzlich Frischhefe dazugeben? Wollt ihr mich verscheissern?\u00a0Dieses Brot (eines meiner liebsten!)\u00a0ist weltweit das einzige mit gesch\u00fctzer Ursprungsbezeichnung. Nachweislich mit 100% Hartweizen und nichts als Lievito Madre gebacken. Und ihr gebt Frischhefe rein? Das ist ja wie Viagra einwerfen, ihr Schlappschw\u00e4nze! Als\u00a0w\u00fcrde mir jemand St\u00fctzr\u00e4der f\u00fcr\u00a0mein Velo empfehlen. Hier, damit du nicht umf\u00e4llst, du Trottel. Das ist schlicht inakzeptabel.<\/p>\n<p>Ich teile hier gerne das authentische apulische Rezept, das mir als Leitplanke dient.\u00a0Was ich allerdings gelernt habe: Das Rezept alleine garantiert noch kein Erfolg. Erst durch viel \u00dcbung gelingen die einzelnen, entscheidenden Schritte, die zu einem befriedigenden Ergebnis f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Pane Pugliese<br \/>\n<\/strong>con Lievito Madre<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zutaten<\/strong><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<ul>\n<li>120 g aktiver Lievito Madre<\/li>\n<li>600 g italienisches Hartweizenmehl (Semola rimancinata)<\/li>\n<li>400 g Wasser (24 Grad)<\/li>\n<li>20 g feines Meersalz<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Zubereitung<br \/>\n<\/strong>In einem Gusseisenbr\u00e4ter mit Deckel<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<ul>\n<li>Lievito Madre \u00fcber 12 Stunden bei Raumtemperatur 3 mal auffrischen.<\/li>\n<li>Lievito Madre, Mehl und 380 g Wasser in einer Sch\u00fcssel grob von Hand mischen (3 Min.) Zudecken und bei 24 Grad 1 Stunde reifen lassen.<\/li>\n<li>Teig flach dr\u00fccken, Salz dar\u00fcber streuen, restliche 20 g Wasser dazugeben und alles von Hand verkneten, bis der Teig geschmeidig und homogen ist (5 bis 10 Minuten).<\/li>\n<li>Teig in der Sch\u00fcssel dehnen und falten (Teig mit beiden H\u00e4nden von jeder Seite hochziehen und wie eine Serviette zur Mitte hin falten).<\/li>\n<li>Zugedeckt bei 24 Grad 30 Minuten gehen lassen. Weitere 3 Mal im Abstand von 30 Minuten mit nassen H\u00e4nden dehnen und falten.<\/li>\n<li>Nach dem 4. Mal dehnen und falten sollte der Teig sehr weich und volumin\u00f6s sein Eine weitere Stunde zugedeckt gehen lassen.<\/li>\n<li>Teig auf eine bemehlte Arbeitsfl\u00e4che geben, Oberfl\u00e4che bemehlen. Mit der Handfl\u00e4che durch leichtes flachklopfen und zu einem rechteckigen Teigst\u00fcck formen. Die kurzen Seiten dehnen und zur Mitte hin falten. Um 45 Grad drehen und nun vom kurzen Ende her dicht einrollen, damit der Teig eine kompakte l\u00e4ngliche Form bekommt. Durch Rundwirken zu einer straffen Kugel formen.<\/li>\n<li>Bemehlen, zudecken (z.B. mit der Teigsch\u00fcssel) und 30 Minuten ruhen lassen.<\/li>\n<li>Gusseisen-Br\u00e4ter mit Deckel im Ofen auf 250 Grad vorheizen.<\/li>\n<li>Teig nochmals kurz zu einer Kugel wirken, damit die Oberfl\u00e4che wieder Spannung bekommt, mit einer Rasierklinge einschneiden, z.B. zwei l\u00e4ngliche Schnitte nebeneinander oder 6 Schnitte \u00fcber Kreuz wie ein Schachbrett.<\/li>\n<li>Auf einem Backpapier oder einer Backschaufel absetzen und weitere 10 Minuten zugedeckt ruhen lassen.<\/li>\n<li>Brot vorsichtig in den Gusseisen-Br\u00e4ter legen, Deckel drauf und 30 Minuten auf der untersten Rille backen.<\/li>\n<li>Deckel abnehmen und weitere 15 Minuten offen fertig backen. Brot auf einem Gitter ausk\u00fchlen lassen Fr\u00fchestens nach 2 Stunden aufschneiden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7388\" rel=\"attachment wp-att-7388\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7388\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-pugliese.jpg\" alt=\"Pane Pugliese\" width=\"600\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-pugliese.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-pugliese-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich habe weiterhin\u00a0Rezepte quergelesen, mir aber meinen eigenen Weg gebahnt und einfach probiert. Es ist ein anderes Lernen, wenn man immer wieder auf die Schnauze f\u00e4llt, den Fehler sucht und dann jeden Schritt noch einemal besser und sorgf\u00e4ltiger macht. Es ging nur langsam voran. Aber immerhin, von Brot zu Brot wuchs meine meine Zuversicht und die Anerkennung der Leute, die davon\u00a0probierten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7405\" rel=\"attachment wp-att-7405\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7405\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/brotscheiben.jpg\" alt=\"Brotscheiben\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/brotscheiben.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/brotscheiben-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/brotscheiben-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meine geliebte Pizza bianca hingegen wollte einfach nicht nach ihrem Vorbild aus dem Vecchio Forno in Pescasseroli gelingen. Mal schmeckte\u00a0sie zu banal, mal zu sauer, mal war sie zu flach und zu hart, mal zu hoch und zu weich. Bis sie eines Tages so aussah:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7386\" rel=\"attachment wp-att-7386\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7386\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca.png\" alt=\"pizza bianca\" width=\"600\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca.png 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-300x208.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aussen krachend knusprig und innen aromatisch und\u00a0luftig.\u00a0Und meine Familie und Freunde, die die Pizza aus Pescasseroli kennen, meinten, Mamma mia, Claudio!\u00a0Was hast du getan? Diese\u00a0Pizza ist wie keine zuvor und definitiv noch ein bisschen besser als die in\u00a0Pescasseroli.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7408\" rel=\"attachment wp-att-7408\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7408\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/due-pizze-bianche_s.jpg\" alt=\"due-pizze-bianche_s\" width=\"600\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/due-pizze-bianche_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/due-pizze-bianche_s-300x220.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ist das crazy? Das man vor Gl\u00fcck den Tr\u00e4nen nahe ist, nur weil man etwas gebacken hat? Aber genau das ist es. Das ist genau der entscheidende Unterschied, nachdem wir alle suchen. Der aus einem einfachen Essen einen\u00a0aussergew\u00f6hlichen Bissen macht, der die Leute so tief ber\u00fchrt, dass sie beinahe erschrecken.<\/p>\n<p><strong>Porno di forno. Wer hat die Gr\u00f6ssten?<br \/>\n<\/strong>Es gibt auf Instragram tats\u00e4chlich den\u00a0Hashtag #pornodiforno! Dabei geht es meistens um Superlative wie riesengrosse Poren, die durch extreme hohe Hydratation (Wasseranteil im Verh\u00e4ltnis zum Mehl) von 100% und mehr entstehen. &#8222;Und mehr&#8220;, muss man sich mal vorstellen. Da draussen gibt es backbesessene Typen, die es tats\u00e4chlich fertig bringen, aus\u00a01 kg Mehl und 1,2 kg Wasser einen backf\u00e4higen Teig zu formen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7406\" rel=\"attachment wp-att-7406\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7406\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-casareccio.jpg\" alt=\"Pane casareccio\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-casareccio.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-casareccio-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pane-casareccio-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Oft geht es auch um\u00a0die perfektesten Handgriffe beim Dehnen und Falten von sehr klebrigen Teigen. Um das Formen eines perfekten Laibes oder dessen \u00e4sthetisches Einschneiden. Ich\u00a0schaue mir vor allem die\u00a0Handbewegungen minuti\u00f6s ab. Durchforste die Kommentare und befolge Tipps zu Mischverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7407\" rel=\"attachment wp-att-7407\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7407\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-alveolatura_s.jpg\" alt=\"pizza-bianca-alveolatura_s\" width=\"600\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-alveolatura_s.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pizza-bianca-alveolatura_s-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Brot backen, ist etwas Aufregendes. Wenn ich weiss, dass ich am n\u00e4chsten Tag Brot backen werde, schlafe ich mit den Gedanken daran ein. Ich \u00fcberpr\u00fcfe mehrmals, ob der Wecker auf Mitten in der Nacht auch wirklich gestellt ist. Und bevor ich aufwache, gehe ich im Traum die verschiedenen Schritte durch. Es f\u00fchlt sich an, wie vor einer Pr\u00fcfung. Ich weiss, dass ich es kann und ich freue mich auf das Ergebnis. Aber ich habe auch Angst zu scheitern, weil ich etwas vergesse oder falsch mache und das Brot dann nichts wird. Also nehme ich im Traum rechtzeitig die Hefe aus dem K\u00fchlschrank und stelle beruhigt fest, dass sie sch\u00f6ne Bl\u00e4schen an der Oberfl\u00e4che hat und aktiv ist. Dann w\u00e4ge ich Mehl und Wasser ab, mische, knete, dehne, falte und so fort. Das ganze Tralala. Ich gehe den ganzen Zyklus durch wie ein Sportler, der mit geschlossenen Augen sein Rennen im Geiste abruft. Dann wache ich auf und mache mich eifrig ans Werk.<\/p>\n<p>Manchmal backe ich aber auch einfach so nebenher. Hole die Hefe wie zuf\u00e4llig aus dem K\u00fchlschrank und frische sie so lange auf, bis mir die schaumige Konsistenz zusagt. Dann fange ich an einen Teig zu f\u00fchren, ohne dass ich festgelegt habe, was draus werden soll. Immer im Vorbeischlendern pr\u00fcfe ich die Konsistenz und den Duft vom Teig. W\u00e4hrend der Zeit, in der ich abends etwas lese oder schaue, stelle ich den Timer und gehe alle 30 Minuten kurz in die K\u00fcche, dehne und falte den Teig eine Minute und gehe wieder meiner anderen Besch\u00e4ftigung nach. Dann packe ich den Teig in den K\u00fchlschrank und backe irgendwann ein Brot, eine Ciabatta oder eine Pizza damit. Vielleicht nach 12, 24 oder erst nach 72 Stunden. Alles kein Problem.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7394\" rel=\"attachment wp-att-7394\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7394\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/focaccia-barese.jpg\" alt=\"Focaccia Barese\" width=\"600\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/focaccia-barese.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/focaccia-barese-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/focaccia-barese-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Denn so habe ich mit Brotbacken vorgestellt:\u00a0Ich will es\u00a0verinnerlichen. Im Schlaf k\u00f6nnen. Etwa so wie man Rad f\u00e4hrt. Ohne gross zu \u00fcberlegen, einfach aufsitzen, intuitiv die Balance halten\u00a0und so lange in die Pedale treten wie es n\u00f6tig ist, um ans\u00a0Ziel zu kommen.<\/p>\n<p>Es gibt keine alleinige Wahrheit beim Brotbacken. Nur einen eigenen Weg. Und den muss jeder selbst gehen. 2016 betrachte ich als mein erstes B\u00e4cker-Lehrjahr. Ich habe einen Apfel aus unserem Garten gepfl\u00fcckt und daraus meinen Lievito Madre angesetzt. Damit habe ich jede Woche gebacken. Ein Brot, eine Pizza, eine Focaccia. Es gab niederschmetternde Tage. Viele. Und Tage der Euphorie. Einige. Es gab Tr\u00e4nen der Verzweiflung und der \u00fcberw\u00e4ltigenden Freude. Die Reise hat gerade erst begonnen. Wer mag, kann mich begleiten.<\/p>\n<p>Falls ihr euch auch auf den Weg macht: Viel Gl\u00fcck!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?attachment_id=7392\" rel=\"attachment wp-att-7392\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7392\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta.jpg\" alt=\"Ciabatta\" width=\"600\" height=\"511\" srcset=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta.jpg 600w, https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ciabatta-300x256.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hier, das ist nicht einfach ein Brot. 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