{"id":756,"date":"2009-06-26T02:51:39","date_gmt":"2009-06-26T00:51:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=756"},"modified":"2009-06-26T03:02:47","modified_gmt":"2009-06-26T01:02:47","slug":"snob-oder-nicht-snob","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=756","title":{"rendered":"Snob oder nicht Snob?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ochsenschwanz1.jpg\" alt=\"Ochsenschwanz\" \/><\/p>\n<p>Schwierig, jemanden zu finden, der einem so etwas verkauft. Aber noch schwieriger, jemanden zu finden, der einem so etwas abkauft: Ochsenschwanz.<\/p>\n<p>Wie schon l\u00e4ngs aufges\u00e4gte Markbeine bekommt man Ochsenschwanz auch beim Metzger seines gr\u00f6ssten Vertrauens meistens nur auf Vorbestellung. Doch wie lange noch, ist man versucht zu fragen, f\u00fchrt man sich die steigende Anzahl von Nasenr\u00fcmpfern vor Augen, die diese Delikatesse nicht nur verschm\u00e4ht sondern geradezu verurteilt.<\/p>\n<p>Ja, Delikatesse. Man sollte sich diesen Ausdruck durchaus in seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung auf der Zunge zergehen lassen: <em>D\u00e9licatesse<\/em>, franz\u00f6sisch f\u00fcr Zartheit und Feinheit. Das dem so wird, ist dem hohen Anteil an Bindegewebe an diesem Fleischst\u00fcck zu verdanken.<\/p>\n<p>Und der Geduld und dem Talent des Kochs freilich. Wird es lange und behutsam genug geschmort, wandelt sich das Bindegewebe n\u00e4mlich in Gelatine. Das Fleisch wird butterzart, die Sauce bindet, intensiver Geschmack entfaltet sich \u2013 Herz, was begehrst du mehr?<\/p>\n<p>Heute ist Delikatesse zum Synonym f\u00fcr extravagante, luxuri\u00f6se Leckerbissen verkommen. Dass da der gute Geschmack auch mal auf der Strecke bleibt, liegt allerding weniger an den Delikatessen selbst, als bei denen, die sich die vornehmen Viktualien einverleiben.<\/p>\n<p>Bleiben wir also dort, wo sich der gute Geschmack am besten entfaltet: am Topfboden. Daf\u00fcr m\u00fcssen die zwischen den Wirbeln zerteilten St\u00fccke (macht der Metzger) scharf angebraten werden. Am besten in einem gusseisernen Topf. Die kr\u00e4ftigen R\u00f6staromen bilden dann die Basis f\u00fcr ein opulentes Rag\u00f9 alla Coda di Bue.<\/p>\n<p>Nach dem intensiven R\u00f6sten in \u00d6l oder Butterschmalz Fleisch warmstellen. Fett aus dem Topf giessen. Der sch\u00f6ne Bratensatz am Topfboden bleibt! Darauf ein gutes St\u00fcck Butter geben und eine grob zerteilte Karotte, ein St\u00fcck Sellerie, ein paar Zwiebeln und Knoblauchzehen sanft darin r\u00f6sten.<\/p>\n<p>Nach guten 5 Minuten ein Essl\u00f6ffel Tomatenmark dazugeben und f\u00fcr weitere 2 Minuten mitr\u00f6sten. Alles mit einer ganzen Flasche Rotwein \u00fcbergiessen und kurz aufkochen. Ein Lorbeerblatt dazu, Deckel drauf und drei bis vier Stunden auf kleiner Stufe simmern lassen.<\/p>\n<p>Die Sauce passt wunderbar zu kurzer Pasta wie Rigatoni oder Tortiglioni. Aber auch zu breiten Pappardelle oder, wie in unserem Fall, eckigen Spaghetti alla Chitarra. Die bekommen ihre markante Form durch die \u00abChitarra\u00bb, einer Art Harfe, durch welche die Teigbahnen zu Spaghetti gedr\u00fcckt werden.<\/p>\n<p>Bevor die Pasta gekocht wird, muss man sich allerdings nochmals um den Ochsenschwanz k\u00fcmmern. Die St\u00fccke aus der Sauce holen und das faserige Fleisch vom Knochen l\u00f6sen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/ochsenschwanz-gebraten.jpg\" alt=\"Ochsenschwanz gebraten\" \/><\/p>\n<p>Derweil die durchgesiebte Sauce ohne Deckel etwas einreduzieren und am Schluss salzen und pfeffern. Fleisch wieder zur Sauce geben und zum Anrichten schreiten.<\/p>\n<p>Wichtig ist, die sehr bissfest gekochten und abgeseihten Spaghetti erst mit wenig Sauce zu mischen und sie dann unter mittlerer Hitze gut durchzuschwenken. So saugt sich die Pasta voll und die Sauce haftet perfekt an den Spaghetti. Einmal im Teller aufget\u00fcrmt \u00fcbergiesst man sie dann nochmals grossz\u00fcgig mit Rag\u00f9 und Sugo.<\/p>\n<p>Jetzt hab ich mir selbst den Mund aber wieder so was von w\u00e4ssrig geschrieben!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/spaghetti-coda-di-bue.jpg\" alt=\"Spaghetti alla Coda di Bue\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwierig, jemanden zu finden, der einem so etwas verkauft. Aber noch schwieriger, jemanden zu finden, der einem so etwas abkauft: Ochsenschwanz. 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