{"id":760,"date":"2009-07-21T04:26:33","date_gmt":"2009-07-21T02:26:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=760"},"modified":"2009-08-29T03:24:29","modified_gmt":"2009-08-29T01:24:29","slug":"oh-sole-mio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=760","title":{"rendered":"Oh sole mio!"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pool-am-tag.jpg\" alt=\"Pool\" \/><\/p>\n<p>Von wegen Mediterrane Di\u00e4t und purzelnde Pfunde an der Sonne.<\/p>\n<p>Nach drei Wochen pendelt es sich zielsicher zwischen den grossen Zehen im bombierten Fenster der Personenwaage fest: Schwere \u00dcberdosis. Drei Millionen Milligramm, um genau zu sein. Erstaunlich.<\/p>\n<p>Dabei habe ich beim Fr\u00fchst\u00fcck rigoros auf frische Fr\u00fcchte gesetzt: Feigen, Nektarinen, Wassermelone, Ananas (frisch und vorgeschnitten!), Susine, Pesche Saturnine, Aprikosen.<\/p>\n<p>Gut, vielleicht h\u00e4tte ich vorher auf die knusprigen Br\u00f6tchen, den Prosciutto crudo und cotto und den Salami verzichten sollen? Oder auf die <a href=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/?p=297\" target=\"_blank\">Pizza<\/a>? Ach was, doch nicht in den Ferien!<\/p>\n<p>Das bisschen Nebenwirkung in Form eines kleinen Schwimmrings, eine Lappalie. Kann man mit einer gewissen Milde zur Kenntniss nehmen, wenn im Gegenzug Leib und Seele endlich wieder mit dem reinen Geschmack der Dinge kuriert werden.<\/p>\n<p>Zwischendurch gab es die lang ersehnte <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Leibspeise-Kristian-Ditlev-Jensen\/dp\/3455400027\" target=\"_blank\">Leibspeise<\/a>. Keine leichte Kost. Aber in einer Leichtigkeit mit S\u00e4tzen und Gedanken serviert, bei denen man sich einerseits freut, andererseits vor Neid auf die Lippen beisst, weil sie einem nicht selbst eingefallen sind. (Ein sp\u00e4tes Danke, <a href=\"http:\/\/www.olivenoelkontor.de\/index.php\/component\/option,com_jd-wp\/Itemid,44\/p,148\/\" target=\"_blank\">Mike<\/a>!)<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck bin ich nicht D\u00e4ne. Oder \u2013 schlimmer vermutlich \u2013 Finne. Ich h\u00e4tte mir die \u00dcberdosis wahrscheinlich nicht angefressen sondern angesoffen.<\/p>\n<p>So aber habe ich mein sonniges Gem\u00fct nach ein paar bedr\u00fcckenden Seiten einfach um den menschenleeren Pool der <a href=\"http:\/\/www.relaisvillagiulia.com\/de\/\" target=\"_blank\">Villa Giulia<\/a> getragen. Was heisst getragen? Mit einer Brise Bossa Nova aus dem iPod habe ich regelrechte Regent\u00e4nze aufgef\u00fchrt. Und nach einem k\u00fchlenden Sprung einen meiner diesj\u00e4hrigen Sommerfavoriten auf der Playlist angesteuert:<\/p>\n<p>1. Metti una sera a cena \u2013 Ennio Morricone<br \/>\n2. Un homme et une femme \u2013 Francis Lai<br \/>\n3. Happiness \u2013 Shawn Lee<br \/>\n4. The whole point of no return \u2013 The Style Council (Caf\u00e9 Bleu)<br \/>\n5. My ever changing moods \u2013 The Style Council (Caf\u00e9 Bleu)<br \/>\n6. Water get no enemy \u2013 Fela Kuti<\/p>\n<p>Weit enthemmter ging es am selten besuchten Strand zu. Ich bin immer wieder fasziniert von diesem Ph\u00e4nomen. Man stelle sich nur all die entbl\u00f6ssten Leute in einem anderen Umfeld vor: An der Kaufhauskasse, im Restaurant, an der Bushaltestelle.<\/p>\n<p>Man merkt sofort, die Mehrheit sollte sich nicht \u00f6ffentlich ausziehen. Aber sie tun es nat\u00fcrlich trotzdem. Und legen, wenn sie schon dabei sind, jeden Rest an Hemmung ab. Gerade die Pr\u00fcdesten tun so, als seien sie mutterseelenallein. Dabei geht es nicht um K\u00f6rper. Es geht um Haltung.<\/p>\n<p>Das Bild der Mutter, die ihrer pubertierenden Tochter hoch konzentriert die Pickel im Gesicht ausdr\u00fcckt, w\u00e4hrend der Rest der Familie mit offenen Mund davorhockt und starrt, als w\u00e4ren sie Zeugen eines Vulkanausbruchs, wird wohl f\u00fcr immer auf meiner\u00a0 Festplatte eingebrannt bleiben.<\/p>\n<p>Da ist eine andere Mutter direkt burlesk: Sie referiert stehend und lautstark \u00fcber ihre Stillzeit. Ihre Ausf\u00fchrungen \u00fcber die ideale BH-Beschaffenheit, wachsenden Brustumfang oder Saug- und Pumptechnik begleitet sie mit ebenso ausladenden wie akkuraten Handbewegungen.<\/p>\n<p>Aber auch dies kann man mit Gelassenheit nehmen und als fellineske Inspiration an der Adria abbuchen.<\/p>\n<p>H\u00e4rter trifft einen das Ph\u00e4nomen bei der R\u00fcckreise in die Schweiz. Dem Klischee entsprechend werden Heimkehrende exakt nach dem Grenz\u00fcbergang in Chiasso mit K\u00e4lte und Regen empfangen.<\/p>\n<p>Man fragt sich tats\u00e4chlich, ob so was meteorologisch \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Como sonnig bei 34 Grad, Chiasso Regen bei 22 Grad. Dazwischen keine 10 Kilometer!<\/p>\n<p>Die ganze Auffahrt Richtung Gotthard wird dann so garstig, dass man glaubt, ertrinken zu m\u00fcssen. Und das im Auto, bei vorgeschriebenem Zeitlupentempo 80. Vor allem, weil man weiss: Es kommt noch dicker!<\/p>\n<p>Sobald man aus dem Loch kommt. Kanton Uri. Dessen Einwohner jedoch nicht als Uriner, sondern als Urner bezeichnet werden wollen. So wie es da immer pisst, w\u00fcrde Uriner allerdings besser passen.<\/p>\n<p>Sogar bei der Ankunft in Basel sollten wir die Sonne lediglich aus dem nahen Elsass h\u00e4misch grinsen sehen, w\u00e4hrend der Scheibenwischer heulend weiterschuftet.<\/p>\n<p>Wenigstens gibt es sch\u00f6ne Erinnerungen an Gegessenes und Gekochtes als Wegzehrung. Ich werde davon erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Good night, and good luck!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.anonymekoeche.net\/wp-content\/uploads\/pool-by-night.jpg\" alt=\"Pool by night\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von wegen Mediterrane Di\u00e4t und purzelnde Pfunde an der Sonne. Nach drei Wochen pendelt es sich zielsicher zwischen den grossen Zehen im bombierten Fenster der Personenwaage fest: Schwere \u00dcberdosis. Drei Millionen Milligramm, um genau zu sein. 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