Wurzelsepp meets Suppenkasper

Genau. Winter klopft an, frisches Gemüse geht langsam aus: Schwarzwurzeln!

Sowieso legt sich mit der allmählich hochkriechenden Kälte diese Sehnsucht nach cremigweichen Suppen nieder wie die Nebeldecke im November. Ach, und sowieso stellt sich da eine leichte Übersättigung gegen die allgegenwärtige Kürbissuppe ein?

Dann ist ein samtiges Schwarzwurzelschaumsüppchen eine sehr feine Alternative.

Denn, ehrlich gesagt, haben wir doch den volksmundlichen Schmarren von wegen Winterspargel oder Spargel des kleinen Mannes noch nie ernst genommen. Meistens schmecken Schwarzwurzeln nämlich recht bleich, wenn sie so als Gemüsebeilage daherkommen. So ein Süppchen aber nimmt man gerne zu sich – auch mal als Zwischengang in einer Menüfolge.

Für das Süppchen schrubben wir die Schwarzwurzeln gründlich unter fliessendem Wasser. Auf klebrige schwarze Hände beim Schälen kann man verzichten: Die Wurzeln einfach mit der Schale 15 Minuten im Salzwasser kochen. Danach kurz im eiskalten Wasser abschrecken und die Haut lässt sich problemlos abziehen.

Als Suppeneinlage schneiden wir zunächst eine Wurzel zu Würfelchen, die wir dann mit etwas Zucker und wenig Öl karamellisieren und beiseitestellen.

Für die Suppe Schalotten in üppig guter Butter weichschmoren. Weichgekochte Schwarzwurzeln dazugeben. Mit einer gehaltvollen, hausgemachten Brühe (zum Beispiel vom Huhn) aufgiessen, aufkochen, einen guten Gutsch Rahm dazugiessen, dann alles aufmixen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und durch ein feines Sieb passieren. Vor dem Schöpfen nochmals schaumig mixen. Karamellisierte Schwarzwurzelwürfelchen in die Mitte geben und Suppe mit einem extra aufgemixten Sahnehäubchen adeln.

Also wenn Cleopatra je bei uns hätte überwintern müssen, die hätte sich das mit dem Milchbad noch einmal überlegt.


24 Kommentare zu Wurzelsepp meets Suppenkasper

  1. Micha am 21. November 2011 at 08:23:

    Super Titel!
    Da merkt man den Autor!

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  2. Tom am 21. November 2011 at 09:20:

    Sieht einfach nur lecker aus und hört sich auch so an.

    Gruß Tom

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  3. PEPE NERO am 21. November 2011 at 09:39:

    Lieber Claudio,
    da läuft mir ja bereits beim lesen das Wasser im Mund zusammen!
    Liebe Grüsse
    Susann

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  4. Claus am 21. November 2011 at 10:00:

    Feiner Trick. Das mit dem Schälen. Obwohl mir schwarze Finger eigentlich egal sind.

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  5. patrick am 21. November 2011 at 10:55:

    So. Jetzt hole ich über Mittag gleich ein paar von diesen Schwarzstangen.
    Frischer Homemade-Bouillon wartet schon auf dem Balkon.

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  6. Michael am 21. November 2011 at 15:04:

    Ich liebe Schwarzwurzeln

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  7. Claudio am 21. November 2011 at 17:43:

    Könnte man gleich ein Buch voller tollen Suppen beschreiben, was Micha? Danke, Tom. Oh, neuer Blog, Susann? Sehr schön! Garzeit ist zwar zu lang um noch als Blanchieren durchzugehen, Claus, aber das kalt abschrecken lass ich mir nicht nehmen. Hola, Patricio, hoffe, es hat sich gelohnt. Hast du ein Lieblingsrezept dafür, Michael?

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  8. Uwe am 22. November 2011 at 13:29:

    Auch ich finde die zu Unrecht häufig verschmäte Wurzel delikat. Wer mag möge folgendes Gericht mal probieren:
    http://kochpla.net/2011/01/schwarzwurzel-risotto/

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  9. Uwe am 22. November 2011 at 13:31:

    *** verschmähte ***

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  10. Mike am 23. November 2011 at 14:52:

    Bist Du jetzt der Wurzelsepp oder der Suppenkasper, Claudio? Also ich eher der Suppenkasper, obwohl mir das Salsifis-Süppchen wohl schmecken würde. So ähnlich mache ich auch meine Sellerierahmsuppe; mögen auch Nichtselleriefans. Finde ich gut, dass die Schwarzwurzel mal aus dem Leipziger Allerlei befreit wurde.

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  11. zeno am 25. November 2011 at 00:27:

    sehr gutes Rezept, nicht zu toppen und zur rechten Zeit

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  12. Alexander am 28. November 2011 at 14:44:

    Lieber Claudio,

    kann leider nirgendwo Deine Emailadresse finden und schreibe Dir daher, wenn auch ungerne einfach einen Kommentar.Ich heiße Alexander und bin ein Teil des Pinspire Teams. Wir sind ein junges Startup Unternehmen
    aus Berlin und wachsen im Moment sehr schnell. Auf unserer Seite kann man „Pinnwände“ erstellen, in denen man Fotos, die man im Internet findet, verlinken kann. Selbstverständlich kann man auch seine eigenen
    Fotos hochladen. Der Original Link bleibt erhalten und man wird wieder auf die Originalseite zurückverlinkt. So sind wir auf Deinen Koch Blogg aufmerksam geworden und wollten Dich bitten Dir unsere Seite mal anzuschauen und uns ein Feedback zu geben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander

    (www.pinspire.de )

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  13. Mike am 28. November 2011 at 15:17:

    @ Alexander: Du kannst keine E-Mail-Adresse finden? Ich finde bei Euch ja noch nicht mal ein Impressum. Was soll das? Und was ist about.baner_about? Ich weiß natürlich nicht, wie Claudio das sieht, aber auf solche „startups“, die nichts anderes als Linksammelstellen sind und nicht in der Lage eigenen Content zu erstellen, kann ich gerne verzichten. Und wer nicht fertig ist, sollte auch nicht online gehen. Sieh es einfach mal als mein Feedback.

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  14. Silvan am 28. November 2011 at 15:47:

    @Claudio: Eine wunderbar schlichte und gaumenfüllende Rezept-Idee, die sich trotz vollen Wochenendes zwischendrin erfolgreich nachkochen liess. Ich glaube, ich habe seit 15 Jahren keine Schwarzwurzeln mehr gegessen, eine schöne Kindheits-Erinnerung wurde wachgeküsst – danke!

    @Uwe: Gleich ausgedruckt, das Rezept fürs Schwarzwurzel-Risotto, sozusagen als Winter-Pendant zum Spargel-Risotto.

    Zu dem jungen Startup sage ich mal lieber nix. Sonst frage ich mich noch, wann denn endlich mal ein altes und total undynamisches Startup, das aus einem unmotivierten Team von älteren Menschen besteht, ganz langsam wächst und in Wanne-Eickel statt in Berlin seinen Sitz hat, gegründet wird. Mich persönlich nervt diese Startup-Pseudolyrik nur noch. Wir haben nun mal nicht mehr das Jahr 1999, wo man das vielleicht noch originell finden konnte, wenn drei Ex-McKinseys das 37. Party-Konzerte-Finde-Portal aus dem Boden gestampft haben, und mit der Launch-Pressemeldung alle Foren haben vollspammen lassen.

    Und geschäftlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es meist erheblich nachhaltiger ist, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die drei Jahre später noch existieren. Also eher solide und seriöse, ernsthafte und mit echtem Umsatz gesegnete »SlowDowns« (analog SlowFood, um die Kurve zum Kochthema zu bekommen) statt aufgeblasene, venture-capital-subventionierte, pseudohippe »StartUps«, welche bloss die Insolvenzregister von morgen bevölkern 😉

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  15. Claudio am 28. November 2011 at 16:49:

    Bumm! Das ist doch mal eine wertvolle Lektion, Alexander, die da von Mike und Silvan serviert wird – dazu kostenlos und unabhängig. Würd ich dankbar entgegennehmen an deiner Stelle. Silvan, freut mich, zu lesen! Kindheitserinnerungen mit Essen wach zu küssen finde ich besonders anregend. Mike, Selleriesüppchen kommt bei mir als nächstes dran! Dieses Wochenende war es Steinpilzcrème, auch sehr samtig und sukkulent.

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  16. Mike am 28. November 2011 at 16:59:

    Demnächst versuche ich mal eine Kombination aus Sellerierahmsuppe und Rote-Bete-Suppe auf einem Teller, Claudio. Mal schauen ob es klappt, oder ob es ein „rosa Gemauschel“ wird. Dir eine schöne Woche.

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  17. Claudio am 28. November 2011 at 17:14:

    Oh, ja! Rote-Bete-Suppe. Ist auch ein Weichen her, seit ich die gemacht habe. Gerne auch in Kombination mit – na, schreib ich jetzt mal nicht. Da reagierst du allergisch drauf. Dir auch eine gute Zeit!

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  18. Alexander am 28. November 2011 at 17:18:

    @All

    Bedanke mich natürlich für die kostenlose, wenn auch teilweise zerschmetternde Kritik und hoffe trotzdem, dass sich einige von Euch nach einem Digestif unsere Seite anschauen.
    P.s. die Analogie SlowFood bekommt ein like bzw. wenn es ein Restaurant wäre 1 Stern im Guide Michelin. Schwingt weiterhin fröhlich die Kochlöffel

    Alexander
    (www.pinspire.de)

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  19. multikulinaria am 18. Dezember 2011 at 18:19:

    Suppe(r)! Wird nachgekocht. Den Trick mit dem Haut ablösen kannte ich nicht. Aber nach dem abbürsten unter fließendem Wasser schälen, geht auch ohne allzu verklebte Hände…

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  20. andrewillessen am 21. Dezember 2011 at 03:02:

    guter artikel, cooles bild = gleich gepint….. voll gut.

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  21. Wurzelsepps Winterliche Wurzelsuppe (WWW) « lamiacucina am 11. Januar 2012 at 03:02:

    […] Werdet wie die Kinder ! Weitere Suppen unter der Mitwirkung von Wurzelsepp gibts hier […]

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  22. Kulinarische Zeitreise » Zurück zu den Wurzeln – Schwarzwurzeln am 12. Januar 2012 at 10:29:

    […] Wurzeln die Hände einfärbt. Dagegen helfen heute Einmalhandschuhe oder die Methode von Claudio: erst kochen, dann schälen. Oder die von Claus: unter fließendem Wasser schälen. Ich […]

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  23. Guido am 19. Februar 2012 at 19:02:

    Hallo Claudio,

    habe die Suppe gestern gekocht, mit eine Rinderbrühe als Basis – Resultat: Begeisterung auf breiter Front, selbst die, die Schwarzwurzeln nur von Oma in einer „weissen Pampe“ kannten und nicht besonders schätzen, waren begeistert. Top Rezept.

    Einzige Abwandlung: die karamellisierten Schwarzwurzel hab ich durch folgende Maultaschen ersetzt:

    Maultaschen gefüllt mit einer Ricotta – Kartoffel Masse:

    Teig für die Maultaschen:
    2 Eier, ca 100g Mehl und 100g Hartweizen, wie üblich einen Teig herstellen und mit der Nudelmaschine zu dünnen Platten ausrollen.

    Füllung:
    4..5 mittelgroße Kartoffeln,
    Ricotta, ev. auch einfach Quark
    2 Eier
    Salz, Muskat, Pfeffer und frischer Majoran

    Kartoffeln in Salzwasser kochen (mit Schale), und noch warm die Schale abziehen. Dann durch eine Presse drücken, mit dem Ricotta vermengen. Die Menge Ricotta ab ich nach Gefühl bestimmt, also bis eine schöne Konsistenz der Masse gegeben war …

    1 Ei trennen, und vom Eiweiss festen Eischnee schlagen,
    das andere Ei und das Eigelb zu der Kartoffel – Ricotta Masse geben

    Majoran mit dem Messer fein wiegen und zur Kartoffelmasse geben. Menge auch hier nach Gefühl …

    Masse mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

    Jetzt Eischnee vorsichtig unterheben. Er sorgt für eine luftige Füllung.

    Guten Appetit

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  24. Claudio am 20. Februar 2012 at 00:51:

    Zurück zu den Schwarzwurzeln, toll. Danke für das Rezept, Guido.

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