Zum Mitschreiben: Pun-ta-relle.

Puntarelle mit Moro Blut-Orangen

Es ist wieder Zeit, Werbung für die inneren Werte der Catalogna zu machen.

Denn noch immer gibt es Menschen, die diesen besten aller Wintersalate noch nie gegessen haben. Nicht wissen, wie krachend knackig und aromatisch er ist. Wie süss seine Bitterkeit schmeckt.

Schlimmer noch. Gar nicht wissen, was das für ein Gemüse ist, wie es buchstabiert wird und wo man es kauft.

Steht alles hier. Vor einem Jahr habe ich schon davon geschwärmt und für die klassische Zubereitung alla romana plädiert.

Heute empfehle ich eine Version mit zwei wesentlichen Varianten. Erstens kann ich allen ans Herz legen, das Herz unversehrt zu lassen. Das heisst: Die spargeldicken Triebe lassen wir ganz. Wir schneiden sie nicht in Streifen. Wir brechen sie nur aus, brausen sie ab, schütteln sie trocken und legen sie auf einer Salatplatte aus.

Einige der feineren löwenzahn-artig gezackten Aussenblätter legen wir ebenfalls aus. Fürs Auge.

Zweitens kombinieren wir dazu hocharomatische, zuckersüsse Moro Blutorangen. Schale mit der weissen Haut runterschneiden, in 1 cm dicke Scheiben schneiden und dann sechsteln.

Für die Vinaigrette zerdrücken wir ein paar Sardellen. Mit Honig, etwas Saft von den Orangen, einem Schuss Weissweinessig und bestem Olivenöl cremig aufschlagen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und über den Salat träufeln.

Nicht wundern, wenn man beim Essen plötzlich lachen muss, weil dieser saftige Wintersalat so viel Freude macht und man sich fühlt wie eine Schneeflocke im Wind.


7 Kommentare zu Zum Mitschreiben: Pun-ta-relle.

  1. Lisa am 10. Februar 2015 at 19:13:

    Hej, so knackig frisch grün fröhlich – Dein Beitrag!! Tja, Pech wer die Grünen nicht kennt:-) Die a-politischen natürlich! Dein Kochbuch kommt an, bravo!!Saluti Lisa

    -
  2. Claudio am 11. Februar 2015 at 09:13:

    Sehr schön, Lisa, freut mich!

    -
  3. cookin' am 11. Februar 2015 at 21:30:

    Das hört sich nach einem phantastischem Wintersalat an. Ich muss in Köln und Umgebung auf die Suche gehen. Für den Fall des Falles: welcher besser verfügbare Salat kommt denn aus Deiner Sicht dem Puntarelle am nächsten?
    Viele Grüße,
    Oliver

    -
  4. Claudio am 12. Februar 2015 at 09:25:

    Puntarelle sind leider mit nichts zu vergleichen! Ich denke aber schon, dass du in Köln bei italienischen oder türkischen Gemüsehändlern fündig wirst. Ansonsten probier auch mal Selleriestangen oder Fenchel mit dieser Vinaigrette und den Blutorangen. Mag ich auch wahnsinnig gerne. Und vergessen wir nicht: Jetzt kommt der schlanke Radicchio Trevisano Tardivo! Den kannst du als Salat geniessen, grillen und mit geschmolzenem Käse essen, in Rotwein schmoren oder einen schönen Risotto damit zubereiten …

    -
  5. limette am 12. Februar 2015 at 12:53:

    Ja! Puntarelle! Ein Grund mehr, sich auf Januar und Februar zu freuen! 🙂 Großartige Konsistenz, und mir war schon immer ein Rätsel, warum empfohlen wird, die Teile in Streifen zu schneiden. Wo Du gerade von Radicchio-Risotto schreibst – wie macht man das am besten? Danke & beste Grüße, limette

    -
  6. Andrea Welz am 12. Januar 2016 at 17:07:

    Köstlich! Das mach ich aus dem Herz meiner Puntarelle! Grazie,
    Andrea

    -
  7. Anonyme Köche » Blog Archive » Merken: Fave e cicoria. am 4. März 2016 at 16:07:

    […] bedeutet: Denn im Inneren – wer hier regelmässig mitliest, weiss es – befinden sich die dicken Puntarelle Sprossen, was mir der liebste […]

    -

Kommentieren


Handcrafted by kubus media.