Die Welt isst eine Scheibe

Je einfacher ein Gericht ist, desto abstruser und geschmackloser sind die Variantionen davon, so scheint es.
Alle Welt isst Pizza. Jeder scheint ein Pizzaexperte zu sein und nimmt für sich in Anspruch, die Beste zu kennen.
Teig, Belag, Dicke, Konsistenz und Geschmack sind so unterschiedlich wie die Leute, die sie verspeisen – von Neapel über New York, von Ischia bis Istanbul scheint beim Jahrhunderte alten Fladenbrot alles erlaubt. (Die Wende vom Ur-Fladenbrot – der Pita – zur italienischen Pizza, kam mit dem Auftauchen der Tomate in Europa, die fortan den Basisbelag bildet.)
Wer nur ansatzweise mitreden will, hat mindestens schon 100 Mal selbst eine zubereitet. Und dabei vermutlich nicht weniger als 100 Teigrezepte, Beläge, Backzeiten und -temperaturen ausprobiert. Ich für meinen Teil lasse gerne die Hosen runter und gebe zu, dabei nicht annähernd meine eigenen Erwartungen zu erfüllen. Ist so.
Nicht die Beste, aber sehr okay und vor allem superdünn und superknusprig kommt die Pizza dieses Take-Away-Pizzaiolo auf Sardinien daher.
Schon beim ersten Blick unter seine Arbeitsfläche war mir klar, woran es lag:
Am Mehl! Anstatt normales Weissmehl (Weichweizen) verwendet diese Pizzabäckerfamilie ausschlisslich Hartweizendunst (damit produziert Italien den Exportschlager Nummer 1: Pasta).

Es gibt viele Rezepte, die zur Steigerung der Knusprigkeit die Zugabe von bis zu 20% Hartweizendunst empfehlen. Aber einen Teig zu 100% aus Hartweizendunst, das war mir neu – und ein absoluter Hammer!
Vor allem, wenn man diese Pizza bei Sonnenuntergang am Strand mit einer Coke runterspülen darf.
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