Adams Aepfel und der Kuchen dazu

Äpfel im Regen

Wenn Frau Holle die Äpfel so kalt abduscht, dass sie gleich kiloweise von Baum fallen, dann muss man handeln. Wir wissen ja, wie das mit der Pechmarie endet.

Allerdings sind die ohnehin schon säuerlichen Sauergrauech noch nicht ganz reif. Daraus gedörrte Apfelringe, zum Beispiel, wurden nicht eifrig konsumiert sondern eilends kompostiert.

Die Sorte eignet sich hervorragend zum Mosten. Das übernimmt ein Bauer in der Region für zweimal die Hälfte. Aber erst ab einem Minimum von 30 Kilo.

Bis Oktober muss man sich da schon noch gedulden. Lagern lassen sie sich übrigens nicht besonders gut.

Das Ziel war deshalb: Apfelkuchen backen!

Ziele sind wichtig. Man muss einfach ein Ziel haben, sagt der unverbesserliche Gutmensch und Pfarrer Ivan in der bitterbösen dänischen Komödie Adams Äpfel dem noch böseren Nazi Adam. (Nächste TV-Ausstrahlung am Dienstag, 16. September 2008 um 01.25 Uhr auf ARTE).

Apfelkuchen, das ist mir aufgefallen, spielen in Filmen mit fiesen Charakteren sehr oft eine wichtige Nebenrolle. Sie stellen quasi das unbestechlich Gute dar.

Wenn wild mordende Typen sich ein grosses Stück Apfelkuchen bestellen, wenn sie eigentlich ihr nächstes Opfer exekutieren sollten, dann ist das so etwas wie ein letzter Funken Hoffnung für den Betrachter, dass auch im bösesten Menschen noch so etwas wie Gnade schlummern könnte – könnte.

Nun gibt es ja auf der Welt vermutlich so viele Apfelkuchenrezepte wie Grossmütter. Aber ausgerechnet meine Grossmütter haben mir kein Rezept überlassen. Gnadenlos.

Anyhow, war es nicht der amerikanische Astronom Carl Sagan , der gesagt hat: „If you wish to make an apple pie from scratch, you have first to invent the Universe“?

Gute Idee. Der beste Apfelkuchen in meinem ganzen Back-Universum geht so:

100 g Butter mit 100 g Zucker schaumig rühren, 2 Eier, Mark einer Vanilleschote, Abrieb einer halben Zitroneschale dazu, alles verquirlen und weiter rühren. 50 Gramm Mehl, 1 Teelöffel Backpulver und 100 g frisch geröstete, geschälte, grob gehackte, Mandeln dazugeben.

Dann zwei bis drei gewürfelte Äpfel zum Teig geben, 2 Tassen Schlagrahm unterheben und in eine ausgebutterte Springform giessen.

Oberfläche mit Apfelschnitzen belegen und für 30 bis 40 Minuten bei 180 backen. Fünf Minuten vor Schluss mit Zucker bestreuen und unter der Grillschlange karamellisieren. Etwas auskühlen lassen und dann mit Puderzucker (wer mag, auch etwas Zimt) bestäuben und selbstverständlich lauwarm geniessen.

Apfelkuchen in Springform

Apfelkuchen, und alles wird gut – hoffen wir zumindest.

Apfeltorte


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  1. Eva am 13. September 2008 at 07:16:

    Das klingt nach außergewöhnlich gutem Apfelkuchen und sieht auch so aus; den werde ich mit Sicherheit nachbacken – hast du einen Tipp für eine gute Alternativapfelsorte dafür? (deine Sorte bekomme ich nicht)

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  2. lamiacucina am 13. September 2008 at 09:07:

    “so viele Apfelkuchenrezepte wie Grossmütter”: diese Grossmutter konnte besonders gut kochen. Das sieht man dem Rezept an.

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  3. katha am 13. September 2008 at 09:12:

    den hätte ich jetzt gern, da hast du recht, claudio. weil die besten äpfel schmecken am besten im besten apfelkuchen. meiner heisst apfelschlangerl und folgt irgendwann im herbst, wenn ich die dafür besten (…) äpfel aus oberösterreich von meiner tante herta bekomme: brünnerling. derweil würde ich noch gerne wissen, ob mit “schlagrahm” bei unseren werten westlichen nachbarn geschlagener schlagrahm oder flüssiger schlagrahm gemeint ist. schlagobers in österreich ist nämlich das flüssige. und geschlagenes schlagobers…richtig.

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  4. Iris am 13. September 2008 at 14:06:

    Sieht ja appetitlich aus – und ähnelt nach der Zutatenliste sehr dem Apfelkuchenrezept meiner Mutter, das ich in diesem Herbst wieder ausgegraben habe – mit Sommeräpfeln, die auch nicht lagerfähig sind. Dabei fiel mir allerdings auf, dass Mutters Rezept doch sehr dem “Apfelkuchen sehr fein” von Doktor Oetger ähnelte…:-) – weshalb ich jetzt auch lieber nicht auf meine Großmutter extrapoliere, obwohl das ja immer authentischer klingt. Aber auch unsere Mütter konnten ja schon lesen.

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  5. Claudio am 13. September 2008 at 17:26:

    Frag doch am besten den Obsthändler deines Vertrauens nach einer lokalen, eher säuerlichen Apfelsorte, Eva, der Sauergrauech hat übrigens ein sehr eigenwilliges Aroma, parfümiert fast, blumig. Den Part der Grossmutter hab ich gleich selbst übernommen, Robert, ist nämlich selbst erdacht, das Rezept, und: Ich habe es für meine Kinder notiert, ist das nicht vorbildlich vorsorglich? Ja, Katha, geschlagen natürlich, macht den Teig glaub ich noch einen Tick luftiger. Und griffen Grossmütter nicht auch gerne zu Vanillinzucker statt einer echten Vanilleschote oder zu Maisstärke, damit der Kuchen “mehr hergab”? Darauf können wir heute wieder getrost verzichten und nur erstklassige Zutaten verwenden, hat doch auch was, Iris.

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  6. Alex am 13. September 2008 at 19:33:

    Sieht lecker aus, und das I-tüpfelchen scheint ja die Karamellschicht zu sein, aber mein Apfel-Favorit ist glaub ich auf ewig die Tarte-Tatin, lauwarm serviert mit Vanilleeis dazu.

    Grüsse,

    Alex

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  7. Iris am 14. September 2008 at 09:51:

    Vanillinzucker – peut-être – Maisstärke: never!

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  8. Boris Zatko am 15. September 2008 at 08:51:

    Nun ist es definitiv. Es ist Herbst! Das merkt man einfach daran, dass der Claudio eben doch ein süßes Kerlchen ist. Ab in den Stall mit dem sommerlich frischen Italohengst, der seine Mähne ab und an in einem Anflug machoider Leidenschaft durch die aufmunternde Luft flattern lässt, dafür rein in die gute Stube mit dem mit warmen Socken bewaffneten gemütlichen Onkel, der kuschelige Rezepte hervorzaubert und mit dem man mit einem guten Wein frohen Mutes dem nahenden Winter trotzen kann. Schön!

    Viele liebe Grüße

    Boris

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  9. zorra am 20. September 2008 at 14:27:

    Jetzt bin ich ein bisschen neidisch auf deine Apfel…

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  10. Vuursteentje am 26. September 2008 at 20:51:

    Es ist doch wichtig, immer die Kommentare zu lesen. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, geschlagene Sahne in den Teig zu geben…
    Das Rezept sieht sehr einladend aus.

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  11. Silvia am 22. Oktober 2008 at 20:52:

    Ich mache mich nun trotz allem mal ans Werk. Allem: Nur 50 Gramm Mehl?! Wirklich nur so wenig? Ich wollte es ja nicht glauben, aber Gabor meint es müsse stimmen. Danke übrigens den anderen Schreibern: Das mit dem Schlagrahm hatte ich so tatsächlich nicht verstanden.

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  12. Claudio am 23. Oktober 2008 at 10:09:

    Ich auch Silvia, ich auch. Den ersten Kuchen hab ich noch mit 100 Gramm Mehl gemacht, dann mit 80 und schliesslich mit 50. Dafür ist der Mandelanteil stetig gestiegen. Der Kuchen bleibt mit so wenig Mehl sehr feucht, fluffig weich und locker luftig, wirst schon sehn. Schreib dann, wies euch geschmeckt hat!

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  13. lara am 9. September 2009 at 18:05:

    ha!
    dieser kuchen treibt meine mutter gerade in den wahnsinn. die arme
    sie hat vorgestern das kochbuch gekauft und ist total begeister, hat freunde eingeladen und wollte heute den kuchen ausprobieren damit auch alles klappt.
    sie hat also angefangen und hat die äpfel grob gewürfelt und mich beauftragt rauszufinden was “grob gewürfelt” bedeuten. so bin ich auch auf diese seite gestoßen:). dann waren die äpfel also gewürfelt ob nun zu grob oder zu fein sei mal dahingestellt bei dem jetzigen ergebniss auch nicht mehr von belang . dann würden die mandeln selbst geröstet und das klappte auch vorzüglich bis meine mom die mandeln ins waschbecken stellte um sie in einer metallschüssel abzukühlen. diese machte sich schwimmend selbstständig und als folge befand sich das wasser im topf mit den mandeln und nicht außenherum dieser fehler wurde aber rechtzeitig behoben und meine mutter begab sich für den nächsten schritt in die speisekammer wo sie promt den aceto balsamic umschmiss, der sich dann in die speisekammer ergoß und eine klebrige schicht über unsere speisen zog. wohlan… nach 30 min putzen ging es weiter mit dem kuchen. es lief auch alles so weit gut abgesehen davon das mir gesagt wurde ( jetzt fragt sie gerade wie schmoren definiert ist mit oder ohne deckel??) dass ich den backofen auf 200°C einstellen soll und ich es tut mir ja leid umluft und nicht ober unter hitze gewählt habe. dann hat auch die uhr nicht geklingelt und der kuchen war leicht angebräunt als sie fluchend den zucker darüber streute und ich mit einer taschenlampe bewaffnet wache stehen musste wann er caramelisert… leider ist unser backofen wohl nicht so ganz gleichmäßig und der kuchen war hinten verbrannt und vorne noch kristallin.. dann haben wir ihn rausgeholt und ich hab versucht ihn mit nem feuerzeug zu caramelisieren… keine gute idee
    jetzt sieht der kuchen aus wie ein haufen brei vorne roh und hinten kohle. dann haben wir das miststück aus der form zu lösen versucht und es ist zerbrochen und klebrig davongeschwabbelt. jetzt haben wir einen “apfelkuchenbrei” ich hoffe sehr das es schmeckt sonst ist der tag und wohl auch mein abendessen für heute gestrichen ;)
    ich hoffe euch gelingt der kuchen besser

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  14. Claudio am 10. September 2009 at 17:21:

    Filmreif!

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  15. lara am 12. September 2009 at 11:44:

    haha ja war es *g*
    der nächste ist gelungen :) wunderbar!!!

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  16. anette am 22. Oktober 2009 at 10:17:

    geniales rezept…ich habs schon mehrfach “weitervererbt” ….
    diesmal ein wenig verändert indem ich die apfelstückchen durch vorgedünstete! leicht gesüsste quitten ersezt habe…

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  17. kristin am 31. Oktober 2009 at 20:42:

    mmmmmhhhh, wird morgen gleich gebacken!!!

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  18. Anonyme Köche » Blog Archive » Goldig und delicious am 2. Oktober 2010 at 14:08:

    […] Äpfel geben wir gerne zum Mosten, in Kuchen, in Strudel zu Foie Gras oder eben in den Ofen zum Dörren. Sie schmecken um Welten besser, als die […]

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  19. Anonymous am 19. September 2012 at 10:48:

    […] […]

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  20. Apfelkuchen, vergessen, nicht versunken, dafür mit Vanillesauce | Kamafoodra am 13. Oktober 2012 at 12:02:

    […] Apfelkuchen hier von Claudio wollte ich unbedingt ausprobieren, das einfache Rezept, das vor Mandeln nur so strotzt, versprach […]

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